Adastra
28.01.2010, 10:14
Guten Morgen an Euch,
vor zwei Wochen habe ich an einem Workshop mit Josef Riederle teilgenommen ( http://www.kraftprotz.net )
Josef arbeitet gewaltpräventiv mit Jungs und Männern.
Dieser Workshop hat in mir nachhaltig soviel bewegt, dass ich Euch gern daran teilhaben lassen möchte. Mit der Erlaubniss von Josef, setze ich folgende Geschichte aus seinem Buch hier rein, in der Hoffnung und dem Glauben, dass sie zum Denken anregt.
Es grüßt Euch herzlich
Christiane
Der Vogel der nachts fliegen lernte
Eine Geschichte für Jungen
Von Dietmar Eichenauer aus dem Buch von Josef Riederle “Kampfesspiele“
Auf einem Bauernhof war einmal ein ganz junger, aber schon großer, starker Vogel. Der hatte einen großen starken und einen kleinen schwachen Flügel. Mit diesem ungleichen Flügelpaar hüpfte er meist nur im Kreis herum; aber fliegen konnte er nicht. So wurde sein rechter Flügel immer stärker. Doch je mehr er versuchte zu fliegen, umso mehr flatterte er wild durch den Hof und scheuchte die anderen auf.
Da ging eines Tages einer strenger Knecht zu dem Vogel und band ihm seinen großen starken Flügel fest, damit er nur noch laufen konnte. Der strenge Knecht war zufrieden. Der Bauer sah es nur aus der Ferne und auf dem Feld wartete viel Arbeit auf ihn.
Erst als der Tag zu Ende gegangen und die Nacht hereingebrochen war, hatte jemand eine gute Idee, löste dem Vogel die Schnüre und zeigte ihm, wie er seinen kleinen schwachen Flügel trainieren konnte. „Gute Idee“ dachte der Vogel. Dies geschah nun jede Nacht. Und jede Nacht trainierte der Vogel seinen schwachen Flügel.
Und nach einem wirklich langen, langen Jahr, spürte der Vogel, dass sein zweiter Flügel groß und stark genug geworden war. Er hatte nun plötzlich zwei große starke Flügel und konnte es aber fast nicht glauben. Alle anderen dachten doch, er sei der, der nur einen Flügel hat. Drum traute sich erst in der Nacht zu fliegen, wenn keiner es sah. Aber dann flog er – hoch und weit ins Dunkle.
Sanft und kühl zog die Luft durch sein Gefieder und er hielt ihr seine starken Flügel hin und segelte über die Welt und war glücklich, nun endlich wirklich frei und stark wie ein Vogel zu sein. Und so geschah es, dass er vor lauter Freude vergaß, wieder rechtzeitig auf den Boden zu kommen und noch durch die Luft segelte, als unten bereits der Morgen heraufdämmerte.
Als der Bauer da aus seinem Haus trat, um zur Feldarbeit zu gehen, wunderte er sich, als er oben den Vogel fliegen sah. „Der Kerl kann ja fliegen!“, sagte er und er freute sich sehr.
Als der Vogel das hörte, flog er einfach weiter mit seinen beiden starken Flügeln durch den Tag. Und von da an flog er immer dann, wenn er Lust dazu hatte.
vor zwei Wochen habe ich an einem Workshop mit Josef Riederle teilgenommen ( http://www.kraftprotz.net )
Josef arbeitet gewaltpräventiv mit Jungs und Männern.
Dieser Workshop hat in mir nachhaltig soviel bewegt, dass ich Euch gern daran teilhaben lassen möchte. Mit der Erlaubniss von Josef, setze ich folgende Geschichte aus seinem Buch hier rein, in der Hoffnung und dem Glauben, dass sie zum Denken anregt.
Es grüßt Euch herzlich
Christiane
Der Vogel der nachts fliegen lernte
Eine Geschichte für Jungen
Von Dietmar Eichenauer aus dem Buch von Josef Riederle “Kampfesspiele“
Auf einem Bauernhof war einmal ein ganz junger, aber schon großer, starker Vogel. Der hatte einen großen starken und einen kleinen schwachen Flügel. Mit diesem ungleichen Flügelpaar hüpfte er meist nur im Kreis herum; aber fliegen konnte er nicht. So wurde sein rechter Flügel immer stärker. Doch je mehr er versuchte zu fliegen, umso mehr flatterte er wild durch den Hof und scheuchte die anderen auf.
Da ging eines Tages einer strenger Knecht zu dem Vogel und band ihm seinen großen starken Flügel fest, damit er nur noch laufen konnte. Der strenge Knecht war zufrieden. Der Bauer sah es nur aus der Ferne und auf dem Feld wartete viel Arbeit auf ihn.
Erst als der Tag zu Ende gegangen und die Nacht hereingebrochen war, hatte jemand eine gute Idee, löste dem Vogel die Schnüre und zeigte ihm, wie er seinen kleinen schwachen Flügel trainieren konnte. „Gute Idee“ dachte der Vogel. Dies geschah nun jede Nacht. Und jede Nacht trainierte der Vogel seinen schwachen Flügel.
Und nach einem wirklich langen, langen Jahr, spürte der Vogel, dass sein zweiter Flügel groß und stark genug geworden war. Er hatte nun plötzlich zwei große starke Flügel und konnte es aber fast nicht glauben. Alle anderen dachten doch, er sei der, der nur einen Flügel hat. Drum traute sich erst in der Nacht zu fliegen, wenn keiner es sah. Aber dann flog er – hoch und weit ins Dunkle.
Sanft und kühl zog die Luft durch sein Gefieder und er hielt ihr seine starken Flügel hin und segelte über die Welt und war glücklich, nun endlich wirklich frei und stark wie ein Vogel zu sein. Und so geschah es, dass er vor lauter Freude vergaß, wieder rechtzeitig auf den Boden zu kommen und noch durch die Luft segelte, als unten bereits der Morgen heraufdämmerte.
Als der Bauer da aus seinem Haus trat, um zur Feldarbeit zu gehen, wunderte er sich, als er oben den Vogel fliegen sah. „Der Kerl kann ja fliegen!“, sagte er und er freute sich sehr.
Als der Vogel das hörte, flog er einfach weiter mit seinen beiden starken Flügeln durch den Tag. Und von da an flog er immer dann, wenn er Lust dazu hatte.