karmah
11.04.2004, 11:48
Guten Tag ihr Lieben,
natürlich verstehe ich, dass viele stets aus den Paulo Coelho – Schriften Diskussionsstoff erwarten, aber weil hier eine bestimmte Ansichtsweise vorhanden ist, bei den meisten die hier her kommen um „zu lesen“ oder „zu schreiben“, möchte ich etwas von Brecht Euch hier reinstellen, wo ich finde, dass es eine Menge mit den hier vertretenen Ansichten zu tun hat. So, erstmal freigesprochen, ächts Denn auch die Autoren, Dichter vor unserer Zeit schrieben das was uns heute viel bewegt…
Adresse des sterbenden Dichters an die Jugend
Ihr jungen Leute kommender Zeiten und
Neuer Morgenröten über Städten, die
Noch nicht gebaut sind, auch
Ungeborene ihr, vernehmt
Meine Stimme jetzt, der ich gestorben bin
Und nicht ruhmvoll.
*
Sondern
Wie ein Bauer, der sein Feld nicht bestellt hat und
Wie ein Zimmermann, der faul weggelaufen ist
Vom offenen Dachstuhl.
*
So habe ich
Meine Zeit versäumt, meine Tage verschwendet
Und nun
Muss ich euch bitten
All das nicht Gesagte zu sagen
All das nicht Getane zu tun und mich
Schnell zu vergessen, ich bitt euch, damit nicht
Mein schlechtes Beispiel auch euch noch verführe.
*
Ach, warum saß ich doch
Am Tisch der Unfruchtbaren, mitessend das Mahl
Das sie nicht bereitet hatten?
*
Ach, warum mischte ich
Meine besten Worte in ihr
Müßiges Geschwätz? Aber draußen
Gingen die Unbelehrten
Dürstend nach Belehrung.
*
Ach, warum
Steigen meine Lieder nicht auf zu den Orten, wo
Die Städte genährt werden, dort, wo sie Schiffe bauen,
warum
Steigen sie nicht aus den schnell fahrenden
Lokomotiven der Züge wie Rauch, der
Im Himmel zurück bleibt?
*
Weil meine Rede
Den Nützlichen und Schaffenden
Wie Asche im Mund ist und trunkenes Gestammel.
Nicht ein Wort
Weiß ich für euch, ihr Geschlechter kommender Zeiten
Nicht einen Hinweis mit unsicherem Finger
Könnt ich euch geben, denn wie
Könnte den Weg weisen, der
Ihn nicht gegangen ist!
*
Also verbleibt mir, der ich mein Leben
So vergeudet habe, nur, euch aufzufordern
Kein Gebot zu achten, das aus unserem
Faulen Maule kommt und keinen
Rat entgegenzunehmen von denen, die
So versagt haben, sondern
Nur aus euch heraus zu bestimmen, was euch
Gut ist und euch
Hilft, das Land zu bebauen, das wir verfallen ließen, und
Die wir verpesteten, die Städte
Bewohnbar zu machen.
natürlich verstehe ich, dass viele stets aus den Paulo Coelho – Schriften Diskussionsstoff erwarten, aber weil hier eine bestimmte Ansichtsweise vorhanden ist, bei den meisten die hier her kommen um „zu lesen“ oder „zu schreiben“, möchte ich etwas von Brecht Euch hier reinstellen, wo ich finde, dass es eine Menge mit den hier vertretenen Ansichten zu tun hat. So, erstmal freigesprochen, ächts Denn auch die Autoren, Dichter vor unserer Zeit schrieben das was uns heute viel bewegt…
Adresse des sterbenden Dichters an die Jugend
Ihr jungen Leute kommender Zeiten und
Neuer Morgenröten über Städten, die
Noch nicht gebaut sind, auch
Ungeborene ihr, vernehmt
Meine Stimme jetzt, der ich gestorben bin
Und nicht ruhmvoll.
*
Sondern
Wie ein Bauer, der sein Feld nicht bestellt hat und
Wie ein Zimmermann, der faul weggelaufen ist
Vom offenen Dachstuhl.
*
So habe ich
Meine Zeit versäumt, meine Tage verschwendet
Und nun
Muss ich euch bitten
All das nicht Gesagte zu sagen
All das nicht Getane zu tun und mich
Schnell zu vergessen, ich bitt euch, damit nicht
Mein schlechtes Beispiel auch euch noch verführe.
*
Ach, warum saß ich doch
Am Tisch der Unfruchtbaren, mitessend das Mahl
Das sie nicht bereitet hatten?
*
Ach, warum mischte ich
Meine besten Worte in ihr
Müßiges Geschwätz? Aber draußen
Gingen die Unbelehrten
Dürstend nach Belehrung.
*
Ach, warum
Steigen meine Lieder nicht auf zu den Orten, wo
Die Städte genährt werden, dort, wo sie Schiffe bauen,
warum
Steigen sie nicht aus den schnell fahrenden
Lokomotiven der Züge wie Rauch, der
Im Himmel zurück bleibt?
*
Weil meine Rede
Den Nützlichen und Schaffenden
Wie Asche im Mund ist und trunkenes Gestammel.
Nicht ein Wort
Weiß ich für euch, ihr Geschlechter kommender Zeiten
Nicht einen Hinweis mit unsicherem Finger
Könnt ich euch geben, denn wie
Könnte den Weg weisen, der
Ihn nicht gegangen ist!
*
Also verbleibt mir, der ich mein Leben
So vergeudet habe, nur, euch aufzufordern
Kein Gebot zu achten, das aus unserem
Faulen Maule kommt und keinen
Rat entgegenzunehmen von denen, die
So versagt haben, sondern
Nur aus euch heraus zu bestimmen, was euch
Gut ist und euch
Hilft, das Land zu bebauen, das wir verfallen ließen, und
Die wir verpesteten, die Städte
Bewohnbar zu machen.