Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gibt es "DIE Liebe des Lebens" ?
Krischan
08.04.2005, 20:12
Ich grüße euch Krieger des Lichts
Es gibt eine Frage, seit längerem in mir. Und ich möchte euch um Denkanstöße bitten.
Für das Verständnis, ein wenig zu meiner Vorgeschichte.
Meine Gefährtin hat mich vor mehreren Wochen verlassen. Wir waren über zwei Jahre zusammen, was für mich sehr lange ist.
Sie hat mich Verlassen „weil ihr Herz nicht mehr konnte“, hat Sie gesagt.
Sie ist auf der Suche nach dem Partner ohne den Sie nicht mehr Leben will. Ich wahr derjenige nicht. Und Sie hat auch gesagt „das ich auch die Möglichkeit haben soll diejenige zu treffen ohne die ich nicht Leben möchte“.
Ich habe Sie ehrlich und immer geliebt! Doch immer, in dem Verständnis das ich nicht abhängig von ihr bin. Und auch ohne Sie leben könnte, auch wenn ich das nicht wollte. So wahr ich am Anfang unsere Beziehung nicht mal in Sie „verliebt“. Doch habe ich ihr gesagt das ich Sie aufrichtig Lieben werde. Und das tat ich.
Nicht das ihr mich falsch versteht, ich unterscheide zwischen dem „Verliebt“ sein und der „Liebe“. Nun ja wie auch immer – es wahr eine Entscheidung ihres Herzens und ich glaube es wahr die Richtige Entscheidung für Sie.
Aber nun frage ich mich doch: Gibt es so was. Jemanden zu finden mit dem man sein ganzes Leben verbringen wird. Ohne den man nicht mehr Leben kann. Den man über alles Liebt. Für den man alles aufgibt.
Nach meinem Verständnis sollte man sich von keinem anderen Menschen abhängig machen. Was natürlich nicht heißt das man nicht Lieben kann oder sogar ein ganzes Leben mit einem Partner verbringt. Aber ich glaube das es sich doch eher darauf beläuft das Beziehungen wieder auseinander gehen. Nicht das ich mir das Wünsche oder so handeln würde.
Versteht ihr was ich meine?
Ich meine, ich kann die Vorstellung schon verstehen und erkenne auch den Reiz ihrer Vorstellung. Eine so Intensive aufopfernde Liebe das man einfach nicht mehr weiter Leben möchte wenn der andere stirbt.
Versteht mich nicht falsch. Hätte es eine Situation gegeben in der Ihr Leben bedroht wäre, ich hätte ohne eine Sekunde zu Zögern mein Leben gegeben um Ihres zu retten.
Aber wäre Sie gestorben So hätte ich weiter gelebt. Und natürlich wäre es schwer gewesen aber ich glaub ich wäre wieder glücklich geworden.
Ich zweifele…gibt es das was Sie sucht?…gibt es so was auch für mich?…ist es richtig?
Liebe Grüße und Danke Krischan
Erstmal moin.Mein erster Beitrag auf diesem wunderbarem Forum!
Hallo Krischan.
Da hast Du Dir aber ein Thema ausgesucht! Nach einigen sogenannten, zum Teil mehrjährigen, Beziehungen, bei denen ich mir sicher war es wäre fürs Leben, bin ich davon abgekommen mir darüber Gedanken zu machen.Scheiße. stimmt nicht. Momentan mache ich mir sogar sehr viel Gedanken, und wie der Zufall es so will stellst Du hier gerade an dem Tag, an dem ich diesés Forum entdecke, solche Fragen.
Die Frage ist warum wir nach so etwas suchen, warum wir das Bedürfniss danach haben, uns danach sehnen.
Ist es die Angst davor enttäuscht zu werden, alleine zu sein, Angst vor Veränderung? Was heißt zu lieben?
Genau, was heißt lieben? Ich meine, lieben tun wir viele Menschen. Was lässt uns dazu bringen einem einzelnen Menschen das volle Vertrauen zu schenken, ich meine, ich stelle gerade diesen ganzen Beziehungskram in Frage, Monogamie, "the one and only" und so.
Die meisten Menschen haben ein oder mehrere gute Freunde, mit denen sie all ihre Sorgen und Wünsche teilen, manche, mit denen sie gerne abends was unternehmen und manche, zu denen sie sich körperlich hingezogen fühlen.
Doch suchen wir uns einen Menschen aus, der für uns alles in sich vereint.
Ist das die Suche nach dem Gegenstück? Das ist es doch, wohin unsere von der Dualität beherrschte Welt strebt: die Vereinigung der Gegensätze.
Demnach zur Folge müsste es doch auch so etwas wie die große Liebe geben, der perfekte Gegenpart.
Was ist aber, wenn wir dem glauben dürfen, was ich tue, dass in jedem von uns das göttliche wohnt bzw. unsere Seele selber Gott ist (zumindest ein Funken davon, will mir nicht zuviel anmaßen, auch wenn man dazu sagen muss, dass das göttliche ja unbegrenzt ist, ein Funken also auch alles ist, das ist aber ein anderes Thema), und Gott selber eins ist, das müssten wir das alles doch als materielles Handeln abtun und Sex einfach als Mittel zur Fortpflanzung.
Wahrscheinlich sollen wir eh die Liebe, die wir bereit sind der einen Person gegenüber aufzubringen allen gegenüber aufzubringen bereit sein. Dafür müssten wir aber wohl erleuchtet sein.
Also zurück zu alten Gewohnheiten, doch mit dem Bewusstsein, das wir eh nicht wissen was geht, und alles auf sich zukommen lassen.
Versuchen den Augenblick so zu genießen, und nicht zu weit nach vorne denken. Das macht, glaube ich, zuviel kaputt.
Du siehst, ich weiß selber nicht was Sache ist, mir sprengt es grade eh das Hirn. Vielleicht kann noch jemand anderes was dazu sagen?
der tom
Krischan
09.04.2005, 14:55
Ich danke dir Tom für deine Gedanken
Ich habe in den letzten Wochen mein Gleichgewicht verloren und hab sowenig Kraft in letzter Zeit. Auch bin ich dabei mein Gleichgewicht wieder zufinden und ihr hier habt mir auch sehr viel Kraft gegeben. Ich Danke euch.
Ich bin sehr dankbar für mein Leben und auch für das was ich gerade durchmache. Den ich wachse sehr daran. Es ist nicht einfach und irgendwie wird es doch wieder einfach wenn man seinem Weg folgt und auf sein Herz hört. Aber ich strauchele auf meinem Weg. Obwohl ich meinen Weg fest vor Augen habe und auch weiß das ich nicht von im abkommen werde und das es der meinige ist.
Es fällt mir oft schwer das was ich bereits erkannt habe auch zu leben. Und im alltag nicht wieder zu vergessen. Es ist ein ständiger Kampf, das Leben. Ich Lebe fürs Kämpfen. Und ich bin glücklich und doch oft voller trauer.
Und so kniee ich in demut vor euch nieder und bitte euch Krieger des Lichts um kraft
Hey Krischan, lass den Kopf nicht hängen!
Ich weiß, solche Zeiten kommen. Und gehen.
Das Schwierigste ist, glaube ich, wenn wir das Gefühl haben nicht weiter zu kommen, oder wenn wir in alte Gewohnheiten zurückfallen. Dann machen wir uns Vorwürfe, fragen uns was wir zu tun haben, ohne Antwort zu bekommen.
So hilft eigentlich wohl nur weiter wie bisher zu leben, ich meine den Alltag (Arbeit, Kochen, Bekannte), doch was man gelernt hat vergisst man nie. Vielleicht braucht es mehrere solcher Phasen, und genau in ihnen werden wir uns dessen bewusst.
Im Griechischen gibt es das Wort Katabasis. Es bedeutet sowas wie "die größt-mögliche Kathastrophe". Es ist ein Ereigniss, das einen zu einem tiefen Sturz bringt, einen zerschmettert. Die darauffolgende "Zeit der Asche" dient dazu sich dessen bewusst zu werden, was war, über das zu trauern, was man verloren und hinter sich gebracht hat, und um zu wissen was man will.
Als vor 1 1/2 Jahren mich meine damalige Liebste, mit der ich fast drei Jahre zusammen war, verlassen hat, nahm ich mir ein kleines Zimmer, in dem ich vier Monate vor mich hinvegetierte. Ich kam von der Arbeit heim, rauchte einen Joint, später nochmal einen , und noch einen. Außer kiffen, lethargisch da liegen, Scheiße fressen und die Welt nicht mehr zu verstehen habe ich praktisch nichts gemacht. Davor war ich ein sehr spiritueller Mensch, doch es hatte keinen Sinn mehr, ich war am Boden.
Doch als ich drüber hinweg kam, mit dem Kiffen aufhörte (was ich auch musste, da ich Psychosen und Paranoyas bekam), war ich mir plötzlich voll bewusst dessen, was ich will, und was ich mir unter so etwas wie einer Beziehung vorstelle.
Geholfen hat mir vor allem eine Frau, die ich kennenlernte, und ein Buch, dass sie mir gab, welches ich im Moment zum zweiten Mal lese. Oder immer mal reinschaue. Sie wurde später meine Geliebte, bis auch das zum Ende kam.
Doch glaube ich genau durch diese Zeit mich selbst, zumindest ein stückweit, gefunden zu haben und reifer geworden zu sein. Hier begann auch mein Weg des Kriegers. Hier entwickelte ich das Bewusstsein über meiner Selbst.
Und dass wir uns nicht stressen müssen, wenn wir schwach sind und des kämpfens müde sind, sondern uns auch diese Hilflosigkeit zugestehen und mal schmollen dürfen.
So stehe auf, Krieger, rüste dein Schwert, denn der Kampf wird kommen. Doch die Kraft ist gottgegeben, auf sie kannst Du vertrauen. Einen kleinen Teil davon bekommst Du von mir.
So denn, liebste Grüße
der tom
Hallo Krischan, hallo Morflow,
Ihr habt da in der Tat ein interessantes und schwieriges Thema angesprochen. Ich möchte hier versuchen, meine Meinung dazu kundzutun:
Ja, die Liebe des Lebens kann es geben. Ich glaube aber, dass sie den meisten Menschen nicht begegnet. Warum? Hmm.... vielleicht, weil sie es müde sind, danach zu suchen? Oder weil sie Ihnen zwar begenet ist, sie diese aber nicht erkannt haben? Oder weil die Menschen einfach noch nicht wirklich bereit waren diese Liebe zu erkennen und zu finden? Ich glaube, da gibt es Millionen von Gründen.
Ich weiß ja nicht mal, ob ich die Liebe meines Lebens gefunden habe - auch wenn ich jetzt seit fast sechs Jahren glücklich verheiratet bin und mit meiner Frau einen wundervollen Sohn habe. Ist das die Liebe meines Lebens? Ich weiß es nicht. Wenn sie es wäre, müsste ich im Umkehrschluss sofort ausschließen können, dass mir irgendwann ein anderer Mensch begenet, der in mir noch mehr Feuer entfacht, als es meine Frau vermag. Kann ich das ausschließen? Offen gesagt: nein. Aber ich glaube einfach daran, dass das nicht geschehen wird. Ich glaube daran, dass unsere Ehe stabil und stark genug ist, die eine oder andere Krise erfolgreich zu meistern.
Manchmal aber entpuppt sich etwas, was man für die Liebe des Lebens hält, als die Katastrophe des Lebens.
So eine ätzende Story wie Tom habe auch ich erlebt. Bei mir war es auch so, dass mich meine damalige Freundin, die ich völlig irrational und blind über alles liebte, nach über viereinhalb Jahren verließ, um mit einem anderen Mann zusammen zu leben. Bei mir waren es zu diesem Zeitpunkt nicht gerade Joints, die mich über Wasser hielten, sondern eben Rotwein, aber auch den fing ich mnchmal schon vormittags an, um mich dann abends endgültig volllaufen zu lassen. Und ich hatte den Wunsch, mich an allen Frauen für das zu rächen, was mir diese eine angetan hatte. Dementsprechend gab es da also eine Phase, in der ich mir quasi jede Frau nahm, derer ich habhaft werden konnte, nur um sie anschließend fallen zu lassen, wie eine heiße Kartoffel.
Ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, dass mich das keineswegs weiterbrachte. Ich besuchte Freunde in der Schweiz, führte lange und ausführliche Gespräche darüber - und lernte kurze Zeit später meine jetzige Frau kennen.
Was ich daraus gelernt habe:
1. Es gibt nichts auf der Erde, dessen Du Dir allzu sicher sein darfst.
2. Wahre Liebe findet man nicht, in dem man sucht - sie kommt zu einem.
3. Rotwein hilft nicht bei Liebeskummer - Reden und Boxen, Laufen und Schreien kommen da viel besser.
Ich weiß, all das hilft nicht wirklich. Und real mitfühlen kann auch niemand (Gefühle sind einfach so individuell wie Fingerabdrücke). Aber die Begebenheiten widerholen sich und es finden sich Parallelen.
Alle Liebe Euch allen: Shay
delgadito
10.04.2005, 15:23
Hallo Krischan,
bei euren Gedanken zur Liebe macht ihr - glaube ich - einen Denkfehler. Indem ihr die Liebe in irgendeinem Menschen seht dem ihr irgendwann begegnet oder bereits begegnet seid.
Aber ich glaube Coelho schreibt in seinen Büchern etwas anderes. Am Ende von "Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte" steht geschrieben:
"Die Liebe bleibt, nur die Männer ändern sich!". In deinem Fall Krischan würde dieser Satz lauten "Die Liebe bleibt, nur die Frauen ändern sich!".
Das heißt, die Liebe ist nicht ein Mensch dem man begegnet, sondern Liebe ist etwas was in einem selbst ist und was jeder bereit ist einem anderen Mensch zu schenken.
Ich selbst kann dir - Krischan - bei deinen Problemen nicht helfen. Aber ich kann Dir dieses Buch "Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte" empfehlen. Es ist - finde ich - eine sehr schöne Liebesgeschichte, die mir selbst sehr viel geholfen hat.
Gruß Dirk
... der jetzt weiterliest im "Zahir"
Völlig recht, Dirk.
Doch was ist das, was uns dazu bringt, unsere ganze Liebe auf einen Menschen zu konzentrieren, bereit zu sein, alles zu geben und zu akzeptieren (bis zu einem gewissen Punkt, natürlich)?
Gib mal ein statement ab, wenn Du mit dem Zahir fertig bist
anistepha
13.04.2005, 17:31
Ich kanns mir auch nicht erklären was es ist, dass uns dazu treibt
*mehr an einen anderen menschen zu denken als an sich selber.
*nur daran interessiert zu sein was genau diesen menschen glücklich macht, einfach weil man nur dann selber glücklich ist.
*usw ..
gibt einige dinge die nur dann doppelt so viel sind wenn man jemanden hat mit dem man sie teilen kann.
Bin auch schon aufs statement gespannt :-)
.. weil helfen kann auch ich dir leider auch nicht dirk, aber ich möcht gern das
zitat hier hinschreiben:
"Um an seinen eigenen Weg zu glauben, muss der Krieger des Lichts nicht zuerst beweisen, dass der Weg des anderen falsch ist."
Nächstenliebe :rolleyes: ?
Krischan
13.04.2005, 18:09
Ich danke euch allen!
Mehr kann ich gerade nicht sagen.
Salut ihr Lieben,
auch mein erster Beitrag hier. Ist evtl. etwas lang geworden :-)
Krischan du schreibst:
" Jemanden zu finden mit dem man sein ganzes Leben verbringen wird. Ohne den man nicht mehr Leben kann. Den man über alles Liebt. Für den man alles aufgibt."
Nun dazu gibt es von meiner Seite 2 Ja's, ein Jein und ein klares Nein.
"Jemanden zu finden mit dem man sein ganzes Leben verbringen wird." wenn Beide sich anstrengen und aneinander glauben, mit Sicherheit ja. Kein leichter Weg, da viele Partner gerne in den "Guten Zeiten" zu dir halten, aber mit "Schlechten Zeiten" häufig nicht umgehen gelernt haben. Desweiteren sollten sich Beide immer bewußt sein, das es Selbstverständlichkeiten in einer Beziehung nicht gibt( welch Wunder bewirkt ein kleines Danke) und Beide auch gewillt sind, so wenig Routine wie möglich in die Beziehung zu bringen. Der Weg ist dornig, aber der tägliche Gewinn ist sehr hoch.
"Ohne den man nicht mehr Leben kann." klares Nein, welches zu einem satten Ja wird wenn du den Satz schreibst:" Ohne den man nicht mehr Leben will." Klar kann man ohne Partner leben, du machst das grade durch, denke so wie die meisten von uns, das immer und immer wieder mal erlebt haben. Das ist wenig witzig, vor allem Nachts, wenn die Dämonen kommen, die fragen: was hast du wieder falsch gemacht, warum liege ich hier alleine, wozu mache ich das alles eigentlich?. Wenn du für dich erkannt hast, das dein Partner der Mensch ist den du vom Herzen her liebst und mit dem du zusammen alt werden willst, dann sage es ihm, sprich regelmässig mit ihm über deine Gefühle, tausche dich aus mit ihm, wie sieht er das und vor allem sag es ihm nicht nur ein mal, sondern immer und immer wieder. Beweise deine Liebe jeden Tag aufs Neue und du wirst sehen, das es jeden Tag ein neues Mosaiksteinchen im Puzzle eures gemeinsamen Lebens zu finden und einzubauen gibt. Habt immer Respekt und Achtung voreinander, grade daran mangelt es heute vielen Paaren.( Thema: Werteverlust)
"Den man über alles Liebt." klares Ja, ist die Grundvoraussetzung für deinen ersten Satz. Nur brauch es die richtige Zeit zu erkennen, ob man eine Person, auch wegen ihrer Schwächen liebt oder ob man nur die Liebe zu der Person liebt. Zeit heist hier nicht, nach 3 Wochen Beziehung weist du das oder wenn du erstmal 40 Jahre bist erkennst du das sofort. Wann diese Zeit da ist, das ist so individuell wie jeder Mensch verschieden ist und manche erkennen das evtl. nie. Wichtig ist nur, dass du daran glaubst, das da draussen dein Seelenpartner rumläuft. Triffst du ihn, weist du es sofort. Bei mir hat das 42 Jahre gebraucht und als ich schon fast meinen Glauben verloren hatte, wurde sie mir geschenkt. Gemerkt haben wir das nach den ersten paar Sätzen, sicher waren wir uns, nach dem ersten Treffen.
" Für den man alles aufgibt" Liebe ist selbstlos und selbstlose Liebe verlangt niemals das du alles aufgibst, den wenn du das machst bist du nicht mehr du selbst und die Person die sich in dich verliebt hat, findet dich nicht mehr. Schon mein Opa hat immer zu mir gesagt:" und stört dich der kleine Pickel an ihrem Kinn, so ist sie niemals die richtige Frau für dich!" Du darfst niemals in einer Beziehung anfangen an deinem Partner rumzubiegen, das Ding geht komplett nach hinten los. Stell dir lieber vorher die Fragen: Kann ich immer mit ihr offen reden? Machen erst ihre Schwächen sie für mich zu einem liebenswerten runden Menschen?(Sich in die Stärken eines Menschen verlieben ist leicht) und sind unsere wichtigsten Eckpfeiler im Leben ähnlich: Glaube,Familie und Familiensinn, Herzenswärme, Bildung, gegenseitiger Respekt?
Just my2copper,
Thuffir
delgadito
14.04.2005, 21:54
morflow postete
Völlig recht, Dirk.
Doch was ist das, was uns dazu bringt, unsere ganze Liebe auf einen Menschen zu konzentrieren, bereit zu sein, alles zu geben und zu akzeptieren (bis zu einem gewissen Punkt, natürlich)?
Gib mal ein statement ab, wenn Du mit dem Zahir fertig bist Im Zahir ist der Schriftsteller besessen von der Liebe zu seiner Frau, die ihn verlassen hat. Sein Problem, warum er seine Liebe auf einen Menschen konzentriert ist wohl, das er nicht "sucht" was es sonst noch auf der Welt gibt...
Ich glaube, das Buch könnte Krischan weiterhelfen.
Gruß Dirk
Ja aber habt ihr denn noch nie diese Liebe empfunden, wo man meint sich wieder in mamas schoß zu befinden.
Ich schon und als es vorbei war, hab ich geschrien wie ein neugeborener ....
delgadito
15.04.2005, 18:41
takezo postete
... und als es vorbei war ... Eben!!! Und das ist es, was einen Krieger ausmacht, daß es kein endgültiges Ziel gibt, wo man sagt "jetzt habe ich alles erreicht was ich wollte, jetzt kann ich mich niederlassen...". Sondern daß man ständig auf der Suche ist, deshalb ist vermutlich auch Deine Beziehung vorbei, anderenfalls würde es Dir so gehen wie dem Schriftsteller im Zahir.
Im KDL Buch steht, "der Krieger glaubt daran daß er der Liebe begegnen wird". Der Krieger Krieger ist also ein Suchender und niemand der alles gefunden und erreicht hat und sich nun auf seinen Lorbeeren ausruht.
@delgadito
I know i know ....
Als ich das gestern geschrieben hab, kamen mir nur wieder Erinnerungen an einen mir jetzt unwirklich scheinenden Lebensabschnitt und dessen ende.
Gruß takezo
Once again
Muss da noch'n Haiku was auf euch loslassen.
"Wie der Herbststurm braus ! Aber hoch am Himmel stehn Wolken unbewegt"
delgadito
15.04.2005, 19:03
... vielleicht klingt mein Statement etwas hart und daß ich keine Gefühle habe. Eine Freundin von mir trauert immer noch Ihrem Ex-Freund hinterher. Bei ihr daheim stehen noch total viele Erinnerungsstücke an ihre "große Liebe" im Regal. Mit dem Ergebnis, daß sie total verschlossen ist und überhaupt nicht aufgeschlossen für Neues ist. Seit über einem Jahr danach!!!
Ich selbst habe natürlich auch Rückschläge hinnehmen müssen. Manchmal habe ich ziemlich lange gebraucht darüber wegzukommen. Aber ich kämpfe. Ich bete jeden Tag zu Gott, daß ich aufgeschlossen und offengegenüber anderen Menschen bin. ... und, daß ich meinen Weg gehe!
Gruß
Dirk
Krischan
15.04.2005, 19:32
Nein ich finde deine Worte nicht hart. Du vertrittst eine Ansicht zur Liebe die ich sehr Interessant finde. Und mich zum Nachdenken anregt. Es hilft mir, verschiedene Ansichten zu hören und die Möglichkeit zu haben Dinge von einem anderen Standpunkt zu sehen.
Wie alle die Antworten die ihr geschrieben habt. ...Vielen Dank
Krischan
@delgadito
Wahre worte sind nunmal nicht immer schön, aber du hast natürlich recht und es ist ja auch nicht so dass ich dieser Frau im speziellen nachtrauere(sagen wir eher nachhänge),sondern eher dem was sie in mir hevor rief.
Danke für deine anteilnahme ;)
Ein herzliches Guten Morgen an Euch alle !
Ihr habt wahrlich ein großes Thema angeschnitten, zu dem jeder seine Geschichten erzählen kann.
Die Liebe.
Ist sie doch das wunderschönste Gefühl das wir haben. Sie ist das reinste und wahrhafteste was wir haben
und doch macht sie es uns oft so schwer im Leben, bringt immer wieder Trauer und Schmerz.
Ich habe mir schon viele Stunden den Kopf darüber zerbrochen, mich selbst dafür gehasst, dafür, das ich Entäuschungen erlebe, einem anderen Menschen nachtrauer, das Gefühl zu haben, ohne ihn nicht leben zu können.
Gott habe ich verurteilt, warum er uns so ein Gefühl gibt, wenn es uns so viel Schmerz bereitet, da könnte ich doch lieber ganz darauf verzichten….
Heute weiß ich für mich, dass das ein Irrweg war, was nicht heißt, dass es mir heute vielleicht anders ergehen würde, käme ich noch mal in eine solche Situation wie du Krischan.
Ich war dann 6 Jahre lang solo, oft verzweifelt in dieser Zeit.
Heute weiß ich, es war die Zeit die ich gebraucht habe, für mich.
Ich finde in dem Satz :„ Du kannst einen anderen Menschen nur in dem Maße lieben, in welchem du dich selbst liebst“ steckt viel Wahrheit und Weg.
Es war Zeit für mich, zu mir selbst zu finden.
Wer kann schon sagen , ich liebe mich ?
Na, ja, mir fällt das sehr schwer, aber ich weiß nun, dass es mein Weg ist ( den ich noch sehr wacklich und unsicher gehe *g*)
Ihr fragt, warum man so viel Liebe in einen anderen steckt.
Anistepha schreibt :
*mehr an einen anderen menschen zu denken als an sich selber.
*nur daran interessiert zu sein was genau diesen menschen glücklich macht, einfach weil man nur dann selber glücklich ist.
*usw ..
Ich denke, weil es erst einmal der leichtere Weg ist.
Einen glücklichen Menschen zu sehen, hinzu das Gefühl, man trägt selbst dazu bei, ist ja auch ein schönes Gefühl, aber es heilt nicht wirklich unsere Wunden. Die können wir nur selbst heilen.
Alles was wir brauchen um glücklich zu sein, um zu lieben, liebenswert zu sein, liegt in uns selbst !
Und in allem anderen !
Nur zu uns selbst haben wir vollen Zugang.
Gerade was das Thema Liebe angeht, sind wir alle sehr geprägt durch unsere Erziehung.
Erste Priorität , unsere Eltern.
Von Ihnen haben wir gelernt was Liebe ist, hinzu kommen alle Umwelterfahrungen,
Religion etc.
Aber was ist Liebe denn wirklich?
danke für das Thema Krischan,
liebe bunte Frühlingsgrüße zu Euch allen,
~Sylphe~
Steinwulk
16.04.2005, 20:01
Hallo Krieger des Lichts.
Toll, was ihr schreibt. Zu diesem Thema habe ich einmal etwas gelesen, dass
meine Auffassung von der ewigen Liebe sehr verändert hat. Da ich hier nach
langer Zeit mal wieder spontan schreibe, muss ich versuchen, die Sache
sinngemäß wiederzugeben:
Nehmen wir einmal an zwei Menschen lieben sich. Wenn sie es wirklich tun,
dann lieben sie sich so, wie sie sind. Nun haben viele von uns Angst, das
Gefundene wieder zu verlieren. Die bloße Liebesbekundung ihres Partners
genügt ihnen nicht mehr. Sie möchten einen Liebesbeweis, einen Grund, eben
diesen zu lieben. Das bedeutet aber in jedem Fall für den Partner eine
Veränderung seiner selbst. Wenn der Partner seinerseits diesen Beweis
einfordert, oder aus Angst, den anderen zu verlieren ihm einen Grund für seine
Liebe zu geben versucht, haben wir es mit einer neuen Situation zu tun:
Zwei Menschen, die sich dem anderen zuliebe verändert haben.
Es sind nicht mehr die gleichen, die sich damals in ihrer Liebe gefunden haben.
Und wenn die Liebe noch da ist, dann gibt es keinen Grund für sie. Kein
Beweis kann die Liebe beweisen, höchstens ihren Anschein.
Daher ist ein Versprechen für die ewige Liebe, der erste Schritt zu ihrem
Ende. Keine Veränderung einer Person der anderen zuliebe kann auf Dauer
aufrecht erhalten werden. Wer nicht sein Leben lebt sondern das eines von
einem anderen zugedachten, nimmt auf Dauer Schaden. Verändert Euch,
wenn es Eurem höchsten Wohl dient. Tut soviel ihr könnt aus Liebe, aber
bleibt Euch treu!
Meine Frau und ich feiern Ende des Monats unseren 10. Hochzeitstag. Auf die
Frage, warum ich sie liebe, habe ich immer geantwortet: Wenn es einen Grund
gäbe, wäre es Eigennutz - nicht Liebe. Natürlich haben wir unsere Qualitäten -
jeder in seinem Bereich - sie erleichtern das Zusammenleben, haben aber
nichts mit der Liebe zu tun.
Einen 11. Hochzeitstag kann ich nicht versprechen - obwohl ich mich schon
heute auf ihn freue. Und ich freu mich sogar drauf, irgendwann einmal neben
ihr die Zähne ins Glas zu legen, aber garantieren kann uns das niemand!
Ein heute liebender Steinwulk!
Hallo Steinwulk,
Deine Worte beeindrucken mich echt. So habe ich das Thema noch nie gesehen. Ich muss gestehen, ich mache mir über das Thema Liebe interessanterweise aber auch wenig Gedanken. Ich suche nicht nach Beweisen für die Liebe meiner Frau, ich versuche aber auch nicht, ihr meine Liebe zu beweisen. Wir beide haben einfach das Gefühl, füreinender da zu sein (und dass das auch so sein muss), wir wissen mittlerweile ganz gut um unsere Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Stärken und schwächen, wir wissen auch um die Eigenschaften, die wir aneinander mögen oder eben nicht mögen und haben uns mit alledem wie ich finde gut arrangiert.
Klingt das nach Liebe? Muss Liebe so aussehen, dass man morgens immer gleich Schmetterlinge im Bauch hat? Oder darf man sich morgens das Recht herausnehmen, sich erst mal die Zähne putzen zu wollen, bevor man seine Frau küsst?
Liebe ist meines Erachtens nicht WEIL, sondern OBWOHL. Wenn wir ständig versuchen, die Sonnenseiten unserer partner zu sehen, werden wir irgendwann enttäuscht feststellen, dass er auch Schattenseiten hat. kommen wir damit klar? Oder verwechseln wir in einem solchen Fall Liebe mit Lust und Begehren?
Wir können Lieben und Begehren gleichzeitig, aber ich bin überzeugt, dass eine Beziehung, die sich hauptsächlich auf Begehren stützt, nicht lange vorhält, weil es an Liebe mangelt.
Zu diesem Thema übrigens meine Empfehlung: Coelho schreibt im "Jakobsweg" sehr ausführlich über die verschiedenen Formen der Liebe: Philos, Eros, Agape.
Euch allen einen wunderschönen Sonntag (leicht gesagt, Erftstadt versinkt hier im Nebel)
Euer Shay
Steinwulk
17.04.2005, 20:29
Hallo Shay,
notwendigerweise beschäftigt man sich mit gewissen Themen erst dann
intensiv, wenn man bemerkt, dass der bisherige Umgang mit ebendiesem
Thema Anlaß gibt, sein Verhalten einmal gründlich zu überdenken. Und ich
denke, in meinem Fall stupste mich mein "Schicksal" mit erstaunlicher
Ausdauer immer wieder auf diesen Punkt:
Es geht um Beziehungen zu meinen Mitmenschen. Gerne würde ich es ein
wenig eingrenzen, da mir sehr wohl bewußt ist, dass ich mich soeben mit
nichts Geringerem als auf die Frage des universellen Seins eingelassen habe.
Doch wo fängt man an und wo hört man auf? Ist es nicht ein Kreis, der sich
genau in diesem Thema schließt?
Welche Beziehung ist nicht irgendwann einmal als Liebesbeziehung gedacht
worden? Zur gemeinsamen Weiterentwicklung, zur Verwirklichung der
höchsten Vorstellung von sich selbst? Zugegeben, mir fallen doch einige Personen ein, bei denen dieser Zusammenhang nicht so recht einleuchten will.
Doch haben
wir uns nicht die Situationen und Gelegenheit selbst erschaffen, die uns auch
diese Erfahrung machen lassen? Und müssen wir uns in der weiteren
Konsequenz nicht überlegen, ob gerade diese Beziehungen, die uns von der
Liebe so weit entfernen, nicht eine Liebesbekundung der besonderen Qualität
ist?
Somit erscheint mir die Beziehung zu einem Liebes- oder Ehepartner als eine
Sonderform, stellvertretend für all unsere Beziehungen, in denen wir stehen.
Ich glaube, dass die Reibungspunkte, denen ich in der Ehe begegne, mir in
ähnlicher Form auch in allen anderen Beziehungen begegnen werden. Denn sie
sind für mich Gelegenheiten, zu wachsen. Zugegeben, ich überlege mir nicht,
ob ich mir die Zähne putzen soll, bevor ich meinen Chef küsse - aber ich
glaube, Du verstehst mich.
Irgendwie geht es immer wieder um die gleiche Kiste. Und in diesem
besonderen Fall vielleicht um Erwartungen. Und dazu ist meine feste
Überzeugung:
Ich bin nicht auf dieser Welt, um die Erwartungen anderer Menschen zu
erfüllen. Denn Erwartungen zeugen nicht von Liebe, sondern von Angst. Angst
darüber, dass ich mich anders verhalten könnte als es andere wollen. Das hat
meines Erachtens nur wenig mit Liebe zu tun. Und tatsächlich helfe ich auch
niemandem damit, wenn ich seine Erwartungen erfülle - wenn sie nicht meinen
eigenen Bedürfnissen entsprechen. Nicht einmal in der Ehe. Denn wenn unser
Zusammenleben von gegenseitigen Erwartungen geprägt ist und nicht von
Liebe, dann entspricht es nicht wirklich unserem freien Willen. Und damit nicht
unserer höchsten Vorstellung von uns selbst.
Vor einiger Zeit habe ich für mich beschlossen, mich mit nichts geringerem
mehr zufrieden zu geben. Das kann ich nur für mich beschließen, für andere
wäre das vermessen. Für einige mag das überheblich und arrogant klingen -
doch nur, wenn der oder diejenige eine geringere Vorstellung von sich selbst
haben. Und es ist nunmal ihre Vorstellung, und nur sie haben das Recht, diese
zu ändern.
Es ist ein Thema, über das ich mich im Schreiben verlieren könnte, denn es
offenbart uns allen ungeahnte Möglichkeiten. Doch möchte ich es nicht zum
Monolog gestalten, denn es ist ja eine Diskussion. Und ich freue mich darauf,
noch viel von Dir und von Euch allen zu erfahren. Tauschen wir uns aus!
Liebe Grüße,
Steinwulk
Lieber Steinwulk,
habe gerade aufmerksam Deinen Text gelesen. Ich muss sagen, ich bin froh, dass es immer irgendwelche Menschen um mich herum gibt, durch die ich ein wenig wachsen kann – will sagen: die mir Impulse, Gedanken, Ideen geben, die mich über mich und meine Haltungen nachdenken lassen. Einer von diesen Menschen bist Du, aber auch etliche andere in diesem Forum.
Wenn ich versuche, für mich zu definieren, was Liebe ist, komme ich auf wenige, aber grundlegende Dinge:
Liebe ist für mich:
- Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind, mit allen Ecken und Kanten.
- Menschen meine Hilfe angedeihen zu lassen, wenn sie sie benötigen und mich darum bitten.
- Menschen an den Erfahrungen teilhaben zu lassen, die ich mache, damit sie daran genauso wachsen können, wie ich an den Erfahrungen anderer wachsen konnte.
- Niemals etwas zu tun, was den Menschen schaden könnte.
- Menschen in meiner Umgebung unbedingt treu zu sein, auch wenn sie selbst damit Schwierigkeiten haben
- Die Fehler der anderen als menschlich und somit verzeihlich anzusehen und – so sie nicht gegen Gebote oder Gesetze verstoßen – zu verzeihen
- Nicht kleinlich auf meinen eng gesetzten Grenzen herumreiten, sondern genauso die der anderen zu akzeptieren und zu respektieren.
Liebe ist also für mich nicht nur die enggesteckte Liebe in der Ehe, sondern auch etwas, was ich für Freunde, Familie, Bekannte und Unbekannte empfinde.
Wer ständig auf den Fehlern anderer herumhackt, liebt in meinen Augen nicht. Das ist etwas, was auch ich mir immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen muss – weil ich selbst ab und zu drauf reinfalle. So lange ich selbst Fehler mache, brauche ich sie bei anderen nicht anprangern.
Später vielleicht mehr dazu:
*lg* Shay
Steinwulk
18.04.2005, 16:41
Hallo Shay,
ohne Deine Definition abschwächen oder verändern zu wollen:
Was ist mit Dir selbst?
Liebe Grüße
Steinwulk
hmmm... muss ich drüber nachdenken...
Shay
Wahre Liebe ist unabhängig, ohne deinen Partner nicht mehr leben wollen, ist eine Verhaftung an die physiche Welt, reine Selbstaufgabe. Wahre Liebe kennt keine Zeit, Raum oder Materie.Wahre Liebe ist Grundsubstanz des Universums und das einzige was wirklich exsistiert.Alles bestandteile der physichen Welt sind erzeugnisse unseres Geistes, sich von Erzeugnissen abhängig zu machen hindert uns daran unsere wahre Natur zu erkennen und unsere wahre Natur ist die Liebe, ewig, unveränderlich u. formlos.Sie kennt keine furcht, ohne seinen Partner nicht mehr leben zu wollen birgt die Angst des Verlustes in sich, und leugnet die unsterblichekeit der Seele, die feinstoffliche Existens der Liebe.
Om^Om
Dieses Thema is ja echt ein Dauerbrenner :)
@ Steinwulk:
Du hast recht, ich habe mich selbst irgendwie völlig außer Acht gelassen. Ich muss mich selbst natürlich genauso annehmen und lieben, wie die anderen.
Nur weiß ich, dass mir das nicht so gut gelingt.
Jetzt wüsste ich gerne: Kann jemand, der sich selbst nicht so sehr liebt, im Umkehrschluss die anderen auch nicht lieben, oder gibt es da vielleicht doch keine so starke Abhängigkeit?
*lg* Shay
Steinwulk
20.04.2005, 12:52
Hallo Shay,
die Liebe zu sich selbst bedeutet unter anderem (oder vielleicht auch nur)
sich der Liebe Gottes (oder nenn Gott "Alles, was ist") zu öffnen. Dazu gehört
neben der Bereitschaft auch die Wertschätzung seiner selbst.
"Ich bin der Liebe Gottes würdig!"
Das ist es, was meines Erachtens Jesus gemeint hat, als die Schriftgelehrten
ihn nach dem wichtigsten Gebot gefragt haben. "Du sollst Deinen Gott über
alles lieben, heißt das wichtigste, und das zweite, gleich wichtige lautet: Du
sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst!"
Nur, wenn Du Dich selbst liebst, Dich demnach als würdig erachtest, kannst
Du Dich der Liebe Gottes (nach einiger Betrachtung ist Gott Liebe) öffnen.
Und nur dann kannst Du auch Deinen Nächsten lieben.
Vielleicht hilft eine andere Betrachtung:
Nimm Dich als Teil von Allem, was ist. Gott ist alles was ist (Vereinfacht). So
bist Du - wie jeder von uns - ein Teil Gottes. Ein Teil der letztendlichen Liebe,
wie Tomom schon schrieb. Wenn Du Dich diesem Umstand verwehrst -
dadurch, dass Du ihn nicht anerkennst - wie willst du dann lieben? Wie kannst
Du das von Dir sein, was Du verleugnest?
Hoffentlich nicht zu starker Tobak. Doch ich muß auch zugeben, das vom
verstandesmäßigen Begreifen bis zum gefühlmäßigen Erfahren bei mir auch
noch ein Weg zu beschreiten ist. Und ich danke Dir, dieses hier schreiben zu
können, denn dadurch fühle ich, das ich wieder auf dem Weg bin und mich
bewege.
Liebe Grüße
Steinwulk
delgadito
21.04.2005, 20:37
Hallo,
bis jetzt hat jeder sehr viel zu diesem Thema geschrieben. Jeder hat irgendwie den Begriff Liebe definiert.
Ich möchte an dieser Stelle nochmal einen anderen Faktor aufgegreifen, den Krischan zu anfang anspricht.
Die Zeit!
Krischan ob es eine Liebe - wie auch immer dieser Begriff definiert ist - für immer gibt?
Im Zahir wird dies auch etwas angesprochen. Ausserdem kenne eine ganze Menge Liebesgechichten - die uns alle total mitgerissen haben - wo die Liebe nur sehr kurzweilig ist.
Vielleicht tröstet das Krischan ein wenig, wenn hier rauskommt, daß Liebe nicht immer fortwähren muß. Bitte um Antworten.
Gruß
Dirk
Naja, also wenn ich Steinwulks Gedanken weiterspinne, muss es wohl Arten der Liebe geben, die tatsächliche über alles Zeit-Begriffliche hinausgehen - Gottes Liebe zum Bleistift, oder aber auch die Liebe zu seinem berühmten Nächsten - und somit also auch zu mir.
Ob eine Liebesbeziehung zu einem anderen Menschen in dem klassischen Sinne, wie wir sie kennen und benennen, auch eine Chance auf Ewigkeit hat, vermag ich allerdings nicht zu sagen.
Nichts desto trotz gibt es einfach Menschen, die sich in Kindertagen gefunden haben und die auch 80 Jahre später immer noch liebend miteinander leben, ohne sich wegen der Eigenarten des anderen direkt zu skalpieren. Wenn diese Menschen einfach noch was länger leben könnten, sollte es da die Liebe nicht auch tun können - und wenn es eine Ewigkeit wäre?
*lg* Shay
Uns Menschen erscheint das Thema so unerschöpflich und interessant, weil das göttliche in uns, aus sich selbst heraus geschenkt werden möchte.
Gefühle und Emotionen sind jedoch Bindungen unserer Dualität, damit auch der Verstand (wenn er auch nur wenig damit anfangen kann) sich als Teil eines ganzen Menschen fühlen darf.
Liebe ist für mich wie das Licht.
Ein Jeder nimmt es unterschiedlich war - lebt diese Liebe auf seine Weise, mit seinen Strukturen, Möglichkeiten und vielleicht auch Grenzen.
Für mich gibt es keine Grenzen - denn alles ist grenzenlos.
Ein Sonnenaufgang wirkt auf jede Seele so unterschiedlich - weil wir unterschiedlich sind.
Auch ich habe Herausforderungen (3-jährige Beziehung beendet) und freue mich auf das Leben und die Liebe.
Wir ziehen an - was wir ausstrahlen und das ist göttliche Gerechtigkeit.
Ich habe meine Art gefunden über dieses Thema zu kommunizieren und möchte es euch gerne zeigen;
Und die Sonne scheint auch in der Nacht................
Aus unzählig vielen Nächten bist du erwacht und hast den Tag begrüßt, ebenso viele Male bist du eingeschlafen in der Hoffnung, das neue Tage vielleicht auch manch eine Veränderung mit sich bringen mögen.
Wie hat sich dein Leben verändert – in welcher Form – in welcher Weise?
Du lebst dein Leben nun bewusster, es wird dadurch präziser, erhält neue Werte und Inhalte, das zuvor im Schleier des Unbewussten lagen.
Es gibt keine Grenzen, außer wir leben sie, dass wissen wir.
Du hast deinem Herzen Zuwendung geschenkt und deinen Weg heute
danach ausgerichtet, was dir gut tut. Dabei darfst du erleben, dass neue Wege zu beschreiten kein Alleinsein bedeutet, denn Engel stehen täglich
neben dir und dazu ebenso auch deine Schutzengel.
Es darf jeder sein wie er ist – mit den teils notwendigen Grenzen.
Heute lebst du vielleicht schon sehr bewusst deine Bedürfnisse, äußerst Mut und Unmut und gibst damit deinem Seelenleben Ausdruck. Es manifestiert sich im Heute neu,
was zuvor für dich eine Unerträglichkeit gewesen sein mag
– eine Art Unordnung vielleicht.
Ein praktizierter Glaube – eine Religion – der dir zeigt, dass dafür keine Versammlungsorte notwendig sind. Wo sich ein oder zwei in meinem Namen versammeln..... will ich mitten unter ihnen sein. Ein jeder lebt in seiner definierten Glaubens- und Lebenswelt.
Was fließt heute für dich?
Es sind immer deine Früchte, die du zuvor ausgesät hast - wohl auch unter Tränen.
Manche Menschen haben ihre Herzenstüre vor vielen Zeitenjahren in dem Glauben verschlossen, dadurch besser geschützt zu sein. Das ist der Menschen gutes Recht, denn alle haben die Wahl – zu gehen oder zu bleiben. Veränderungen zuzulassen oder sich weiterhin einer Welt zu verschließen, die neben dem Schatten auch das Licht hervorbringt.
Es gibt ein Land in der auch Nachts die Sonne scheint......
Dieses Land erblicken Seelen, die bereits leben was anderen unmöglich erscheint. Wie schaffen es Seelen aus einer Ernsthaftigkeit, Freudlosigkeit, Traurigkeit und Unnahbarkeit heraus, ihr Leben derart zu verwandeln, dass heute eine Freude, Lebendigkeit, Frieden, und Fröhlichkeit gelebt wird, wo zuvor Kontrolle, Angst und Unwohlsein gewesen sind?
Sie tun es einfach. Lassen sich auf sich selbst ein, überwinden alte Muster und beginnen ihr neues Leben zu definieren. Ein Leben, in der einander in Liebe geachtet wird,
ohne Angst.
Ich wünsche dir fortan alles in Freude zu lernen, die Leichtigkeit, zu erspüren was dir gut tut und es umzusetzen und neben dem Schatten, den andere mitunter auf uns werfen, dein eigenes Licht weiterhin strahlen zu lassen.
So bleiben Menschen um uns herum was sie sind und wir leben einfach weiter was wir sind. Genieße was dir alles zufließt.
Alles Liebe und Gute, viel Reichtum und Freude dein ganzes Leben lang.
Steinwulk
27.04.2005, 21:06
Willkommen Leander,
fühlt sich gut an, was Du da schreibst!
Liebe Grüße,
Steinwulk
Guten Morgen Krieger des Lichts,
ich bin ein Suchender, der manchmal im dunkeln tappt, aber immer mehr Licht in sein Dasein bringt.
Dieser Beitrag hat mich sehr angesprochen. Auch ich habe mich noch vor 3 Wochen „am Ende meiner Partnerschaftlichen Wünsche“ gefühlt. Ich hatte mich in der eigentlich sehr kurzen Zeit von 4 Monaten sehr gut mit meiner Partnerin verstanden. Mein eigentliches Problem an der Sache ist, dass ich auf das was sie mir sagte „blind“ vertraute, da es GENAU das war, was meiner tiefen Sehnsucht entspricht. Sie wollte immer bei mir bleiben, ich bei ihr. Ich glaubte, weil ich es wollte! Von heute auf morgen war es vorbei. Sie zog wieder in Ihren Heimatort, sucht sich dort Arbeit und möchte eine „Wochenendbeziehung“, und ob sie bei mir bleiben will weis sie nun nicht mehr. „Lösche meine emails, wenn es dich schmerzt was ich versprochen habe, ich weis nur dass ich dich liebe, mehr kann ich nicht mehr sagen“, höre ich sie noch sagen. Nun ist es nicht aus, aber vertrauen kann ich kaum noch.
Gedacht hatte ich als wir uns kennenlernten, dass Sie „die Liebe meines Lebens“ ist. Nach nun 3 Wochen des Unmutes und der Schwäche komme ich nun zusehens wieder auf die Beine und versuche MEIN Leben zu leben. Es war wohl ein Irrglaube, den Gefährten zu finden, der EGAL was passiert, zu mir steht. Es schmerzt mich sehr.
Ehrlich gesagt ist es auch mein Problem, wirklich GANZ alleine zu sein. Zu wohnen, zu essen, zu schlafen... Es kostet mich große Kraft für mich gut zu sorgen. Ich suche so sehr den Sinn dahinter, dass ich glaube er versteckt sich, bis ich ihm Zeit lasse sich zu offenbaren.
Ich freue mich eine Gemeinschaft gefunden zu haben, die auch auf der Suche ist.
viele Grüße
DerRabe
DerRabe postete
Guten Morgen Krieger des Lichts,
ich bin ein Suchender, der manchmal im dunkeln tappt, aber immer mehr Licht in sein Dasein bringt.
Dieser Beitrag hat mich sehr angesprochen. Auch ich habe mich noch vor 3 Wochen „am Ende meiner Partnerschaftlichen Wünsche“ gefühlt. Ich hatte mich in der eigentlich sehr kurzen Zeit von 4 Monaten sehr gut mit meiner Partnerin verstanden. Mein eigentliches Problem an der Sache ist, dass ich auf das was sie mir sagte „blind“ vertraute, da es GENAU das war, was meiner tiefen Sehnsucht entspricht. Sie wollte immer bei mir bleiben, ich bei ihr. Ich glaubte, weil ich es wollte! Von heute auf morgen war es vorbei. Sie zog wieder in Ihren Heimatort, sucht sich dort Arbeit und möchte eine „Wochenendbeziehung“, und ob sie bei mir bleiben will weis sie nun nicht mehr. „Lösche meine emails, wenn es dich schmerzt was ich versprochen habe, ich weis nur dass ich dich liebe, mehr kann ich nicht mehr sagen“, höre ich sie noch sagen. Nun ist es nicht aus, aber vertrauen kann ich kaum noch.
Gedacht hatte ich als wir uns kennenlernten, dass Sie „die Liebe meines Lebens“ ist. Nach nun 3 Wochen des Unmutes und der Schwäche komme ich nun zusehens wieder auf die Beine und versuche MEIN Leben zu leben. Es war wohl ein Irrglaube, den Gefährten zu finden, der EGAL was passiert, zu mir steht. Es schmerzt mich sehr.
Ehrlich gesagt ist es auch mein Problem, wirklich GANZ alleine zu sein. Zu wohnen, zu essen, zu schlafen... Es kostet mich große Kraft für mich gut zu sorgen. Ich suche so sehr den Sinn dahinter, dass ich glaube er versteckt sich, bis ich ihm Zeit lasse sich zu offenbaren.
Ich freue mich eine Gemeinschaft gefunden zu haben, die auch auf der Suche ist.
viele Grüße
DerRabe
Das mit dem Antwort erstellen, war zuvor etwas anders gelaufen,als gedacht.
Ich möchte dir [Der Rabe] gerne ein paar Gedanken zukommen lassen.
Ich erzähle von mir und glaube damit Antworten zu geben, die mehr sind als ein orthographisches System. Worte sind heilig - das wissen alle Kulturen und leben dieses Wissen seit Anbeginn der Zeit.
Die Liebe meines Lebens bin ich.
Kraft meines Lebens bin ich.
Die Freude meines Lebens bin ich.
Das schöpferische meines Lebens ist, ich bin.
Der Schmerz meines Lebens ist, ich bin.
Die Heilung meines Lebens ist im - ich bin Schmerz.
Fühle ich Schmerz, habe ich die Möglichkeit mein Haupt zu erheben.
Erhebe ich mein Haupt, fühle ich, dass sich etwas verändert und etwas neues in mein momentanes Leben fliesst. Was verändert sich nun?
Es verändert sich alles, was ich mir vorstellen kann.
Kann ich mir vorstellen in Freude, Lebendigkeit und in voller Kraft - in meinem ganzen SEIN für mich zu sorgen, verändert sich vergangene Sorge in tiefe Dankbarkeit und Zuversicht.
Teile ich mein Leben in Dankbarkeit zueinander und tiefer Verbundenheit miteinander mit (m)einem FreundIn-PartnerIn-Frau-Mann MENSCHEN, schenke und gebe ich, ohne zu erwarten und lebe in Freiheit mein MENSCHSEIN und bin frei von Abhängigkeiten in mir.
Lebe in Freude mit dir, mache dir eine Freude und du BIST Freude.
Wo ist hier der Sinn? Diese Frage fällt in sich zusammen, denn Sinn brauch weniger gesucht werden, wir können Sinn erschaffen.
Gebe dir Sinn und suche ihn weniger bei anderen.
Gebe dir - deinem MENSCHSEIN - in Freude Sinn und zelebriere deine Kraft, in Freude für dein SEIN - Leben da zu sein.
Wenn du für dein Leben sorgst, erschaffst du vielleicht mehr Schatten des Sorgens als Licht des Lebens. Bereichere dein Leben für dich - durch dich und weniger durch andere. Nur du kannst dir geben, was du wünschst, denn nur du bist dein eigener Schöpfer.
Ich wünsche dir viele kleine Sonnentaler, die dir deine eigene Kostbarkeit zeigen mögen.
Alles Liebe
Leander
Hallo Leander,
es hat mich sehr gerührt was Du geschrieben hast, vielen Dank für diese Worte!
Auf meiner Suche habe ich schon so viel gelesen, genau über dieses Thema. Im Augenblick ist es „nur“ im Kopf und eigentlich bin ich mir bewusst dass ich nur, wenn ich mich selber so annehme wie ich bin und Frieden mit mir geschlossen habe auch von anderen so angenommen werden kann. Wie das wirklich geht, muss ich erst herausfinden. Aber entschlossen bin ich.
Meine Sehnsucht hat sich zur Sucht gewandelt, so scheint mir. Es ist so vertraut alles zu wiederholen und gleichzeitig immer schmerzhaft.
Ich begebe mich jetzt auf den Weg und ich fühle mich als ob ich ohne Landkarte in unbekanntes Gebiet aufbreche. Wenn ich deine Worte lese, spüre ich dass es für mich richtig ist –durch mich leben, unabhängig, in Freude und Frieden- und gleichzeitig habe ich Angst vor dem was da wohl kommen mag, vor der Stille...
„In schwierigen und schmerzlichen Augenblicken stellt sich der Krieger der ungünstigen Lage heldenhaft, schicksalsergeben und mutig“ schreibt Coelho.
möge Gott mit Dir sein
DerRabe
Wenn ich deine Worte lese, spüre ich dass es für mich richtig ist –durch mich leben, unabhängig, in Freude und Frieden- und gleichzeitig habe ich Angst vor dem was da wohl kommen mag, vor der Stille...
Warum hast du keine Angst vor dem Lärm, warum ist er für uns so normal/natürlich geworden, dass wir unsere Angst - die Möglichkeit Stille in Freude zu verwandeln - oft in der Verbindung zur Stille leben und sie - die Angst - nur dort erfahren?
Weil wir uns in unserem Menschsein - bei dir; das Menschsein `Der Rabe`- die Entscheidung getroffen haben, wenn ich im Lärm keine Angst fühle, muss ich also in der Stille die Angst fühlen und leben.
Lebe einmal in der Stille einen freudigen Gedanken, der nur mit dir zu tun hat.
Stelle dir eine fröhliche Situation vor, vielleicht warst du da auch Kind, alles darf sein. Und du erlebst in der Stille deine Freude, als wärst du ein Kind, denn du BIST dann ein Kind.
Lasse die Stille zu, betrachte sie und danke ihr einmal, dass sie da ist.
Und wähle dann einen neuen Gedanken, einen freudigen Gedanken, der an keine andere Person als allein an dich gebunden ist.
Für Augenblicke der Ewigkeit löst sich deine Angst auf und es erstrahlt dein Licht. Augenblicke sind aneinander gereihte Glieder von deinen inneren Kostbarkeiten, die im Licht der Wahrheit dir deinen persönlichen Weg leuchten möchten.
hebe deine Augen auf.......
Leander
Krischan
01.06.2005, 20:53
So ihr Lieben!
Ich möchte euch nochmals allen Herzlichst und aus tiefsten Herzen DANKEN!
Das Geschriebene hat mir sehr viel Kraft gegeben. Und wahr mir eine wirkliche stütze. Ich suche nach Worten um euch meine Dankbarkeit klar zu machen... aber mir fallen nicht die passenden ein... nun ich glaube ihr werdet es schon verstehen...:)
Alles Liebe
Krischan
P.S. Die Bücher haben mir sehr gefallen, vorallem "Der Zahir"
Lieber Krischan,
eine schwere Frage!
Jemand sagte mir mal, sie war die zweite große und damit zugleich auch die zweite unerfüllte Liebe in meinem bisherigen Leben, dass man nur jemanden lieben könne, den man auch wirklich kennt.
Ich denke, dass da etwas wahres dran ist. Andererseits weiss ich, wann und wen ich liebe. Ein bisschen Liebe geht bei mir nicht, d.h. wenn ich liebe, dann aufrichtig. Und es macht einen Unterschied, ob man nur verliebt ist oder aber von Herzen liebt.
Wobei jemanden zu lieben zuweilen aber auch bedeuten kann, und diese Erfahrung habe ich in meinem Leben bisher zweimal machen müssen, dass Liebe auch loslassen bedeutet!
Manche sagen, es war Liebe auf den ersten Blick oder das es so etwas gibt. Vielleicht, vielleicht auch nicht! Wenn ich mich wirklich ernsthaft in jemanden verliebt hatte, dann war dem bisher immer ein gewisser Entwicklungsprozess vorausgegangen. Was bedeutet, dass ich Menschen begegnet bin, wo ich am Anfang nicht gedacht hätte, mich in sie verlieben und sie ernsthaft lieben zu können. Auch wenn sie mir von Anfang an unserer Begegnung sympathisch erschienen sind.
Dank einer lieben Bekannten, die mir Coelho`s Buch "Elf Minuten" empfohlen hat, betrachte ich mich, was die Suche nach der Liebe meines Lebens angeht, als eine Abenteurin auf der Suche nach ihrem Schatz.
Da ich lange Zeit den Gedanken hegte, welcher in den Erfahrungen meiner Vergangenheit begründet liegt, nie den Menschen zu treffen, der sich sowohl ernsthaft für mich interessieren könnte und sein Leben mit mir teilen möchte. Sowie ich mich im Gegenzug für ihn bzw. sie interessieren könnte und mein Leben mit ihr teilen möchte. Ein Gedanke der zuweilen auch heute noch in mir aufkeimt und mir Angst bereitet.
Zumal ich seit meiner Kindheit weiss, was es bedeutet ausgegrenzt und als Mensch verachtet zu werden. Nur weil man irgendwie anders ist und nicht ins gesellschaftliche "SchemaF" passt. Aber ich habe das Recht, anders zu sein! So zu sein, wie ich bin.
Auch macht es mir Angst, mich wieder erneut in jemanden zu verlieben, dabei ernste Gefühle für diesen Menschen zu entwickeln, von dem ich Glaube, dass er bzw. sie meine Liebe verdient und dabei abermals enttäuscht zu werden.
Aber was wäre die Welt, ein Leben ohne die Liebe? Nichts!
Wenn also in mir wieder einmal diese negativen Gedanken aufsteigen und mir Angst bereiten, dann erinnere ich mich daran: mich nicht als ein Opfer dieser Welt zu betrachten. Sondern vielmehr als eine Abenteurin, die bevor das sie auf die wirkliche Liebe ihres Lebens trifft, zuvor noch einige Abenteuer, sprich Kämpfe durchstehen muss.
Liebe Grüsse - Jasmin
Chandrika
29.11.2005, 14:37
Hallo Krischan,
letzten Freitag war ich auf einem "Krieger des Lichts" Seminar und habe eben "nur so" im Internet gestöbert... da stoße ich auf dieses Forum und Deinen Beitrag. Ich mußte weinen und hab mich gleich mal angemeldet, um Dir antworten zu können.
Warum es mich so mitnimmt? Nun, ich erlebe gerade das Gegenteil von dem, was Du beschreibst. Ich meine, Deine Gefährtin will jemanden finden, bei dem sie das Gefühl hat, nicht mehr ohne ihn leben zu wollen und ich mache mich gerade frei von einem Menschen, bei dem ich das Gefühl habe, ohne ihn nicht leben zu können. Und gerade dieses Gefühl, erlebe ich als sehr ungesund für die Beziehung. Ich bin mit meinem Freund seit 9 Jahren zusammen. Es gab immer ein paar Kompromisse in unserer Beziehung, das ist ja normal, aber ich hatte das Gefühl, ihn "gefunden" zu haben. Wir verstehen uns noch immer gut, sind füreinander da. Wir haben einen gemeinsamen Freundeskreis, ein gemeinsames Konto, ein Haus...
In der letzten Zeit fragte ich mich immer mehr, wer ich denn eigentlich bin. Diese enge Zweisamkeit hat mich erdrückt - geschluckt. Diese Art von Symbiose hat mir keinen Raum mehr zum Atmen gelassen. Schon vor einiger Zeit ist es dann auch passiert: ich habe mich Hals über Kopf in einen anderen Mann verliebt. Aber ich konnte meinen Freund nicht verlassen. Die Sicherheit und Nähe nicht aufgeben. Na ja, das ist mein eigenes Dilemma, weil ich nicht gut loslassen kann. Aber ich merkte auch, dass ich einfach zu sehr auf ihn fixiert war. Inzwischen bin ich der Meinung, dass es besser ist, wenn man auch in einer Partnerschaft seine eigenen Interessen wahrt, seine Bereiche behält, in manchen Angelegenheiten eine gewisse Distanz wahrt. Wenn Du irgendwann das Gefühl hast, ohne den geliebten Menschen "nichts" mehr zu sein, dann läuft was verkehrt.
Daher finde ich Deine Verwirrung sehr gesund. Verstehe mich richtig: Du hast vielleicht eine andere Sicht von Beziehungen, einen anderen Anspruch daran, als sie es hatte. Aber aus meiner Erfahrung heraus, finde ich Deine Einstellung dazu total gesund und gut. Laß Dich nicht verwirren. Bleib Dir treu und hadere nicht damit, dass Du Dich in einer Beziehung nicht verlierst. Bestimmt liebst Du deshalb jemanden nicht weniger, sondern mit dem nötigen Respekt vor Deiner eigenen Persönlichkeit.
Ich muß meine nämlich jetzt erst mal wieder finden und das ist ein ganz schön harter Prozess.
Shine on, Chandrika