Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zufrieden und dankbar
Meine lieben KriegerInnen,
in den letzten Tagen ist mir ein Thema durch den Kopf gegeistert (wir hatten es auch schon mal thematisch angerissen) und das ist die Zufriedenheit - hier speziell in Verbindung mit der Dankbarkeit.
Einige von Euch haben es mitbekommen - ab Montag bin ich nach einem Jahr Arbeitslosigkeit nun endlich wieder in Lohn und Brot.
Ein Umstand, der mich mit tiefer Dankbarkeit erfüllt - nicht nur meinem neuen Arbeitgeber gegenüber, sondern auch meiner Umwelt, die in letzter Zeit meine schlechten Launen ertragen musste, meiner Frau, die mich trotz allem unterstützt hat und mir zur Seite stand, meinen Freunden, die mir signalisiert haben, dass ich trotzdem ein vollwertiger Mensch bin (ich hab mich nicht so gefühlt!), dem Universum, das anscheinend alles getan hat, damit ich dahin komme, wo ich heute stehe.
Und jetzt zum Thema Zufriedenheit: Auch wenn ich keine Stelle in dem Beruf gefunden habe, den ich erlernt habe und liebte - ich mache jetzt etwas völlig neues, komplett anderes, als ich jemals zuvor getan habe, denn ich trete am Montag meine neue Stelle als Sicherheitsmitarbeiter an - so bin ich doch zufrieden; zufrieden damit, dass ich überhaupt wieder arbeiten gehen darf, was mir extrem wichtig ist; zufrieden damit, dass meine neue Firma mir mit großem Vertrauen begegnet; zufrieden damit, dass sich meine finanzielle Situation im Gegensatz zum drohenden ALG II nun doch nicht verschlechtern wird; zufrieden, dass ich nun nicht gerade als Müllwerker arbeiten muss und ein festes Dach über meinem arbeitenden Kopf habe; ich bin einfach zufrieden, dass mein Leben einfach weitergehen darf - ein einfaches, aber ehrliches Leben.
Ich hab' eine liebende Ehefrau, ich habe einen zuckersüßen Sohn, der gerade seinen vierten Geburtstag gefeiert hat, ich hab eine hübsche und geplegte Wohnung und für jeden Erwachsenen in dieser Wohnung ein Auto - mein Gott, was will ich denn mehr? Warum sollte ich mich damit nicht zufriedengeben? Warum sollte ich nicht glücklich sein mit dem, was mich hier umgibt? Mir geht es immerhin besser als der halben Weltbevölkerung, ich schwimme sozusagen wie ein Korken oben auf dem Ozean der Armen - ohne wirklich viel dafür getan zu haben!
Ja, ich bin dankbar, dass es mir gut geht, ja ich bin zufrieden mit allem, was mich hier umgibt. Mehr brauche ich nicht, und mit weniger käme ich auch klar.
*lg* Shay
hi,
mit der zufriedenheit ist das schon etwas seltsames!!! ich geh auf eine geniale schule mit einem genialen internat, hab eine geniale familie, geniale freunde, geniale andere verwandte und bekannte, geniale ... , aber irgendwie zufrieden bin ich nicht, denn ich bin nicht mal halb so genial wie ich gerne wäre. klar ich bin dankbar für alles was ich hab und nicht hab (krankheiten, stress, ...), aber richtig zufrieden bin ich nicht. wahrscheinlich ist das auch einer der knackpunkte, warum ich nicht immer so glücklich bin, wie ich eigentlich sein sollte.
komischer text, aber ich hoffe ihr versteht mich trotzdem irgendwie
acep
Hallo Acep,
es hat bei mir eine ganze Weile gedauert, bis ich auf den Trichter gekommen bin, dass ich eigentlich keinen vernünftigen Grund habe, unzufrieden zu sein. Ein Artikel aus dem "Stern", der vor eingen Wochen erschienen ist, hat mich erst auf den Gedanken gebracht, da mal eigehender drüber nachzudenken.
Ich habe festgestellt, dass das Bilanzieren eine gute Maßnahme ist - um sich dann hinterher klar zu machen, dass eigentlich alles in Butter ist, und man sich da Gefühl der Zufriedenheit durchaus selbst "machen" kann. Ich kann mir sagen: "Hey, mir gehts gut, was will ich denn mehr?"
Es gibt immer jemanden, der etwas besser kann, der besser aussieht, mehr Geld verdient, reibungsloser durchs Leben kommt, und so weiter. Aber sind diese "anderen" denn wirklich der Maßstab, an dem wir uns messen müssen?
Mittlerweile bin ich zu der Überzeugung gekommen: Nein! Ich muss mich nicht immer und unbedingt nach oben orientieren! Ich muss nicht immer mehr haben, besser sein, schneller - höher - weiter als die anderen! Ich muss wissen, dass es immer jemanden gibt, dem es längst nicht so gut geht, wie mir! Einen Kollegen, der mehr Schulden hat; einen Nachbarn, dem seine Familie abhanden gekommen ist; einen Freund, der in Mathe noch weniger versteht als ich. Und hier kann ich dann sagen: Hey, ist doch okay, so wie es bei mir läuft!
Meinst Du nicht?
*lg* Shay
Ich denke Zufriedenheit ist relativ. Wie Shay schon sagt, es kommt drauf an wohin man sich orientiert. Ich denke auch jemand der materiell übersichert ist mag unzufrieden sein, weil sein Nachbar eine noch größere Jacht im Hafen hat. Wichtig ist m.E. sich bei all dem auf die wesentlichen Dinge zu besinnen (wobei das natürlich auch wieder sehr individuell sein kann) und tatsächlich zu akzeptieren das es immer jemand besseren oder jemand dem es besser geht gibt. Seis drum. für mich ist es wichtig mir keine Sorgen über morgen machen zu müssen. Wenn der Job dann noch Spaß macht, um so besser. Freunde haben. Sind die sogenannten Grundbedürfnisse gesichert ist jedes mehr quasi Luxus (i.S. von nicht notwendig aber schön).
Insofern schön, das Du zufrieden bist Shay, es sei Dir und Deiner Familie herzlichst gegönnt.
Und acep, Du befindest Dich auf der Suche. Daraus mag Deine Unzufriedenheit kommen. Sieh dies nicht als Mangel in Deinem Leben, Deinem Unfeld sondern nutze diese Energie um Deinen Weg zu finden bzw. Deinen Weg weiter zu beschreiten. Der dauernde Zweifel kostet unglaublich mehr Kraft, führt Dich aber nur weiter von Deinem Weg und Ziel weg.
Grüße
vom
Pilger
...dem hab ich absolut nichts hinzuzufügen :D
*lg* Shay
Rea Licht
10.07.2005, 21:10
Hallo zusammen,
Dankbarkeit ist ein schönes Thema, denn Dankbarkeit ist Liebe. Ich bin wahnsinnig dankbar für mein Leben, wenn auch erst seit einigen Jahren. Seit ich den spirituellen Weg gehe, gehen alle meine Träume so langsam in Erfüllung. Ich finde, man sollte für alles dankbar sein, sogar wenn man leidet. Leiden bringt mich immer weiter, auch wenn es in leidvollen Momenten nicht so scheint. Was Zufriedenheit angeht: Ich bin immer nur dann unzufrieden, wenn ich nicht im Jetzt sein kann und mich komische Gedanken quälen. Und dann bin ich meist unheimlich weit von mir selbst entfernt. Hab ich mich dann wiedergefunden, bin ich auch wieder zufrieden. Ich mache Zufriedenheit nicht an äußeren Dingen fest, sondern an meinem Grad an Bewußtheit und hoher Energie.
Ich denke auch, daß ich ein reicher Mensch bin, wenn meine Grundbedürfnisse an Essen, Dach über dem Kopf, Kleidung und Freunde gesichert sind. Mehr braucht der Mensch nicht.
Sonnige Grüße
Rea
hi,
naja dankbar für vieles bin ich auch, aber eben nicht zufrieden, und das nicht, weil es andere gibt die besser sind schöner sind reicher sind ..., sondern weil ich weiß, dass ich mehr könnte als ich zur Zeit gebe.
muss mich später noch mal melden
acep
Rea Licht
11.07.2005, 11:56
Hallo acep,
ich kenne das nur allzu gut, unzufrieden zu sein, weil ich denke, ich könnte mehr tun für mich und die Welt. Das erzeugt aber leider nur Druck, mit dem ich nicht leben kann. In Wirklichkeit muß man sich diesen Druck aber garnicht machen, denn jeder gibt immer sein Bestes. Könntest du mehr geben, dann würdest du es ja tun.
Gruß
Rea
und manchmal möchte die Seele vielleicht auch etwas ganz anderes tun,
sprich, das man was für sich selbst tut.
Ich musste beispielsweise erst mal lernen, dass ich auch mal einen halben Tag auf der Couch sitzen kann und "nichts" tue..man tut ja in Wirklichkeit nie nichts!
Im gegenteil, Gehirnakrobatik zum Beispiel verbraucht noch viel mehr Energie als Bewegung.
Vielleicht braucht deine Seele auch einfach mal die Ruhe und Entspannung, Loslösung..."seine Seele baumeln lassen" wie es so schön heißt.
Hör auf diese Zeichen und du wirst sehen, danach kommt wieder ein neuer
Abschnitt und du bist vielleicht auf Hochtouren.
Wenn ich nicht auf solche Zeichen höre, dann passiert oft irgendwas, so dass ich dazu gzwungen werde, wie jetzt zum Beispiel wo ich eine fette Erkältung habe und nicht die 20 Sachen erledigen kann, die ich eigentlich wollte.
Sich und sein Tun so zu akzeptieren wie es ist, das ist Zufriedenheit.
:)
~Sylphe~
Lieber Shay,
ich freue mich mit dir !!
schön !
Ich kann dir gut nachfühlen, denn ich war auch schon einmal ein halbes Jahr arbeitslos.
Es ist schade, aber man kann diese Zeit nicht für sich nutzen, obwohl ich davon überzeugt bin, dass diese Zeit für einen selbst bestimmt ist.
Unsere Gesellschaft ist viel zu sehr in Arbeit, Hektik und unter Druck, dass wir gar keine Relation mehr dazu haben was wirklich wichtig und wertvolles Tun im Leben ist.
Ich wünsche euch allen einen schönen Wochenstart und lasst es euch allen gut gehen,
~Sylphe~
achso, dem Schicksal, seinem Schicksal vertrauen, das gehört auch dazu, keine leichte Übung.
Jetzt schlürf ich meine Hühnersuppe und leg mich ins Bett :)
ich fiebere, glaub ich....
Na dann mal gute Besserung Sylphe, bin auch grad dabei von ner heftigen Erkältung zu genesen. Das Übelste ist zum Glück vorüber. Halt Dich warm, sollte bei dem Wetter nicht weiter schwierig sein ;)
LG
Pilger
@sylphe
gute besserung!!!!!!
ja ja ich weiß, aber das ist ja grad das problem, ich steh mir immer selbst im weg, wenn ich mir mal zeit für mich nehme. z.b.: ich male oder liege dösend auf meinem bett oder schreibe tagebuch oder tue sonst was für mich und dann kommt meine zimmernachbarin (wohne im internat) und schaltet ihre (verbotene :D ) tv-karte ein und dann kann sie noch so nen schrott gucken, ich sitze mit davor und kann nicht weg, irgendwann ist dann der nächste termin und wir müssen weg und ich ärgere mich enorm, dass ich mitgeguckt habe (wenns wenigstens ein guter film gewesen wäre ok aber so), oder wenn ich in den ferien mal zu hause bin, dann kann ich mir davor noch so viel vornehmen was für mich zu tun, ich sitz vor der kiste. und dieses vor der kiste sitzten ist nun wirklich nichts für mich, denn ich schalt da einfach total ab und denk an garnichts mehr außer an den film, der mich da so schön berieselt.
acep
WohlfühlManager
12.07.2005, 20:09
njoa acep, das mit der kiste kenne ich auch - bin auch froh, dass wir seit einiger zeit keinen fernsehempfang mehr haben...
vielleicht nimmst du dir mal nicht so viel vor, sondern wartest einfach auf das, was auftaucht und machst es dann.
wfm
jetzt in den ferien versuch ich dass natürlich (wie in allen anderen auch) aber in der schulzeit ist das halt schwer!
naja neues schuljahr neue zimmernachbarin neues glück
schönen abend noch
acep
Steinwulk
13.07.2005, 08:35
Hallo Ihr Lieben,
Shay, ich freu mich sehr für Dich. Zufriedenheit und Dankbarkeit, und damit
auch Liebe sind nicht von den äusseren Umständen abhängig, sie kommen aus
Dir.
Wo gerade das Wort "Kiste" gefallen ist: Habe gestern abend durch Zufall den
Film "Die Möwe Jonathan" gesehen. Es ist ein Film über eine Möwe, die keine
mindere Vorstellung von sich akzeptiert. Ein Traum. Bin auch heute noch in
Gedanken ganz bei diesem Film. Vielleicht habt Ihr ja mal die Gelegenheit,
diesen Film anzuschauen.
Liebe Grüße
Hallo Krieger,
Zum Thema Zufriedenheit denke ich so:
Die Zeiten, in denen der Krieger Zufriedenheit empfindet, sind wie
Insel in der Zeit, Pausen vom Kampf, in denen der Krieger Kräfte
sammeln und seine Wunden pflegen kann.
Letzendlich aber hält Zufriedenheit den Krieger ab vom guten Kampf.
Von der Weiterentwicklung. So gesehen ist Zufriedenheit auf Dauer
im Grunde kein erstrebenswerte Zustand.
Na ja, das wollte ich hier schnell loswerden.
Es grüsst Euch herzlichst
Roy_Leo
hi,
das heißt, ich brauch mir also keine sorgen zu machen!!
aber irgendwie ist es doch ganz angenehm wenigstens mal für kurze zeit zufrieden zu sein.
ich hoffe ihr habt alle irgendeinen schattenspender
acep
Ich bin da nicht ganz deiner Meinung roy-leo.
Ich denke schon, dass Zufriedenheit ein anzustrebender Zustand sein sollte, wenn möglich auch auf Dauer.
Zufrieden zu sein, bedeutet für mich nicht, das man sich nicht weiterentwickelt.
Wenn ich innere Zufriedenheit und tiefe Dankbarkeit spüre, dann ist es sogar so, dass ich eine sehr gute Wahrnehmung über mich und meine Umwelt habe und sozusagen alles in einem glänzenden, zauberhaften Licht ist.
Ich fühle mich dann im Fluss, ja wie soll ich das beschreiben, so als ob die "göttliche" Kraft durch mich strömt.
Ich gehe in solchen Zeiten sehr liebevoll mit mir und meiner Umwelt um und es ist immer wieder spannend und interessant für mich zu erfahren wie sich mir meine Umwelt zurückspiegelt.
Denn so wie es in mir nach außen strahlt, so erfahre ich auch meine Umwelt.
Ich habe mich oft gefragt, ob sich in solchen Zeiten nur meine eigene Wahrnehmung verändert und ich die Dinge anders aufnehme als sonst, aber dem ist nicht so, die Umwelt verändert sich automatisch durch mich.
Fabelhaft ist das.
Na ja, das ist jetzt vielleicht ein anderes Thema.
Ich finde Zufriedenheit ist sehr wohl anzustreben und kein Entwicklungshindernis, im Gegenteil, es ist sehr förderlich für die eigene Entwicklung.
Ich denke das eine schließt das andere nicht aus, sondern unterstützt sich gegenseitig. Denn nur der, der an sich arbeitet und einen wachen Geist behält findet Zufriedenheit. Ein Mensch der in seiner Entwicklung stehen bleibt ( wenn das überhaupt geht...geht nicht...) kann meiner Meinung nach gar nicht zufrieden sein !
Achso und acep, ich kenne diese Zeit des Fernsehklotzens nur zu gut.
Und ich habe wohl gelernt, dass es eine Art für mich ist, abzuschalten ( Ich penn auch meistens dabei ein, nicht gerade freudig für die Mitzuschauer *g*).
Es ist gut, dass du für dich erkennst, das auf Dauer vorm TV-hocken dich nicht fördert, aber irgendetwas verlangt gerade bei dir, es zu tun, sonst würdest du es nicht tun.
Es ist besser dies so zu sehen , es kommt auch wieder eine andere Zeit, ganz gewiss, sonst würdest du dir keine Gedanken darüber machen.
Wünsch euch alles was ihr braucht :)
und danke für die guten Wünsche, habe meine Erkältung gut überstanden,
seelige Grüße
~Sylphe~
Steinwulk
14.07.2005, 23:28
Hi kriegers,
hallo roy_leo, schön von Dir wieder zu hören!
Das Thema mit der Zufriedenheit und dem evtl. daraus folgenden mangelnden
Antrieb zu Weiterentwicklung hatten wir - glaube ich - irgendwo schon
einmal. Ich tendiere hier auch eher zu Sylphes Meinung.
Ich glaube, dass es der Unvollkommenheit unseres Gesellschaftssystems
entspringt, dass nur ein Mangel jemanden dazu treibt, sich neue Wege zu
suchen.
Warum nicht die Fülle? Die Freude am Tun? Ich glaube nicht, daß sich jemand
nicht weiterentwickeln möchte, nur weil er seine Tätigkeit mit Freude macht,
bzw. sein Leben mit Freuden lebt. Er strebt diese Weiterentwicklung aber
nicht aus einer Unzufriedenheit heraus an, sondern schlicht und einfach, weil
er eine neue Wahl trifft. Das bisherige hat er jetzt so und so lang gemacht,
das war prima, er kann es auch jederzeit wieder machen, aber jetzt ist Zeit
für was anderes. Etwas Neues. Ich glaube, dass bei einer solchen Denkweise
ein wesentlich größeres Potential zum Wachstum gegeben ist als bei dem
Abstellen von Mangelsituationen.
Wenn man Kinder beobachtet, erhält man ein gutes Beispiel dafür. Kinder, die
einen Mangel verspüren, entwickeln mitunter einen ausgeprägten Ehrgeiz -
aber ist das die wirkliche Weiterentwicklung? Kinder, die das Gefühl der Fülle
vermittelt bekommen, handeln mit wesentlich größerer Integrität in Bezug auf
ihre Umwelt und erreichen damit auch für sich selbst höhere Ziele.
So empfinde ich es zumindest. Unzufriedenheit, Ehrgeiz und Verbissenheit sind
für mich beileibe keine Fremdwörter. Und die daraus resultierende Entwicklung
war - zumindest in meinem Fall - eine Sackgasse.
Liebe Grüße an alle
Steinwulk
roy_leo postete
Letzendlich aber hält Zufriedenheit den Krieger ab vom guten Kampf.
Von der Weiterentwicklung. So gesehen ist Zufriedenheit auf Dauer
im Grunde kein erstrebenswerte Zustand.
Hallo Roy_Leo,
ich muss mich da Sylphes Kritik anschließen. Man muss hier wirklich unterscheiden zwischen einer gesunden zufriedenheit, die einem ein glückliches Leben ermöglicht, und einer ungesunden Selbstzufriedenheit (mit einem Tick in Richtung Egozentrik), die es dem Menschen unmöglich macht, mittelst Selbstbeschau herauszufinden, wo und wie er sch weiterentwickeln kann. Wir sind Krieger, aber keine Märtyrer; wir sind Kämpfer, die für die gute Sache kämpfen, jedoch keine Fakire, die sich ständig selbs kasteien müssen. Ih denke durchaus, dass wir zufrieden sein dürfen und sollten, aber - Obacht! - zufrieden im Sinne von "Eins-mit-uns-selbst".
Das Wort "Zufriedenheit" hat in unseren Landen irgendwie immer so diesen Beigeschmack von "fett und faul im Sessel hocken und in die Glotze starren" und "mit Filzpantoffeln ins Schleiflack-Schlafzimmer schlurfen", also irgendwie diesen Beigeschmack von etwas unbeweglichem, einschläferndem, sattmachendem.
Diesen Sinn will ich hier aber nicht angesprochen haben, ganz im Gegenteil: Meine derzeitige Zufriedenheit macht mir erst den Kopf frei, mich mit den wichtigen Dingen in meinem Leben zu beschäftigen; erst jetzt fühle ich mich wieder in der Lage, mich genauso zu lieben wie die Menschen um mich herum. Dieses Zufriedensein heißt für mich, mich annehmen zu können, mich zu akzeptieren, mit mir zu arbeiten. es heißt für mich nicht: jetzt ist alles gut, jetzt bleibe ich stehen, jetzt brauche ich mich nicht mehr zu bewegen. Das exakte Gegenteil ist der Fall: Erst jetzt fühle ich mich frei, mich zu entwickeln und zu entfalten.
In diesem Sinne, lasst es Euch gut gehen!
*lg* Shay
Hola an alle Krieger,
ich hoofe nicht, dass der Eindruck entsteht "alle auf Roy_Leo aber auch ich stimme Dir nicht bei. Neben dem bereits gesagten, dem ich mich voll anschließen möchte denke ich man muß auch unterscheiden zwischen der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, den eigenen persönlichen Umständen und dem Grad der Zufriedenheit mit dem Zustand der Welt - ums mal global zu sehen. Ich halte es für wichtig, sogar für eine Voraussetzung, daß man mit sich und seinem Leben im Einklang ist, zufrieden ist. Leider ist das nicht immer der Fall aber es ist gewiss ein erstrebenswerter Zuatand. Erst dann hat man tatsächlich den Kopf frei für alles andere was wesentlich ist, kann erst seine Kräfte richtig bündeln und freisetzen um den Kampf aufzunehmen. Wer nicht mit seinem Leben zufrieden ist vergeudet sehr viel Energie nur mit sich - was im positiven Sinne sicherlich gut ist - aber es geht eben auch viel verloren, wenn nichts passiert und oft ermüdet man schnell an den eigenen Problemen. wer sich aber davon befreien konnte schöpft alleine daraus unsagbar viel mehr Kraft die er wiederum anders positiv einsetzen kann. Und das fördert dann auch die Entwicklung und hilft dem Kampf.
Grüße an alle, genießt das Wochenende,
Pilger
Einen schönen Sonntag Euch allen,
dem, was Pilger da sagt, kann ich mich nur anschließen.
Ich denke, Roy wird sich sicher nicht auf den Fuß getreten fühlen, auch wenn Kritik von mehreren Seiten auf ihn niederprasselt - er ist ja schließlich ein Krieger und keine Leberwurst :D . Und last but not least hat ja auch niemand von uns behauptet, die Weisheit mit Löffeln gefressen und die Wahrheit für sich gepachtet zu haben - wir können schließlich auch völlig daneben liegen.
Aber ich denke, wir sind hier schon auf der richtigen Fährte - Zufriedenheit ist wie ein Vitamin, was wir brauchen, um glücklich leben zu können; aber wir dürfen die anderen Vitamine und Nährstoffe nicht vergessen, weil wir sonst an Mangelerscheinungen leiden.
In diesem Sinne Euch alles Gute:
Shay
Help me !!! *smile*
Eine Diskussion lebt doch von gegenteiligen Ansichten.
Nur so kann sie fruchtbar sein.
Also zu dem was ihr da sagt, kann ich nur sagen, dass sich
das sehr schlüssig und viel - sagen wir mal - angenehmer anhört,
als mein Statement. Bin diesbezüglich wohl noch nicht so weit.
Da es hier aber Menschen gibt, die das aus eigener Erfahrung wissen
und das schon erlebt haben - im Fluss zu leben, es wirklich fliessen
lassen zu können - soll mir das ein Ansporn sein.
Ich will auch !!! (( : Danke für euren Ansporn !
Liebe Grüsse
Roy_Leo