Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : die "reine Wahrnehmung"
Hallo liebe Kriegerinnen und Krieger
Ich hab ein neues Thema und würde gerne Eure Erfahrungen und Meinungen darüber lesen.
„Die reine Wahrnehmung“, ein recht breites Thema.
Wie ich darauf komme?
Ich dachte immer ich habe eine sehr gute Wahrnehmung, hab ich auch, aber mir wurde bewusst, dass ich oft auch etwas durcheinander bringe.
Empfindungen, von denen ich dachte, sie sind eine „reine Wahrnehmung“, sind in Wirklichkeit, Interpretationen oder meine Wünsche.
Jetzt könnte man einwenden, Wahrnehmung ist doch auch immer subjektiv, klar, das stimmt.
Eigentlich der Hammer wenn man sich das überlegt, jeder Mensch hat seine eigene Wahrnehmung, absolut individuell und diese kann absolut grundverschieden sein zu der eines anderen Menschen.
Damit habe ich auch oft Probleme, weil ich immer denke, ein andere müsste das doch genauso fühlen, sehen….wie ich, aber dem ist nicht so.
Jeder hat somit seine eigene Welt in sich.
Meine Übung, die reine Wahrnehmung.
Rein bedeutet für mich gleichzeitig wertfrei.
Das ist verdammt schwer, denn ich ertappe mich immer wieder dabei in dem ich mich über oder unterordne und somit über andere urteile.
Dann gibt es die zwei Wahrnehmungsfenster, einmal nach außen und dann nach innen.
Also man kann seine Umwelt wahrnehmen und sich selbst.
Ich bin z.B. ein Mensch der seine Wahrnehmung sehr nach außen richtet, mich selbst aber nicht so gut wahrnehme.
Ich merke jetzt schon, dass das ganze Thema für mich selbst noch sehr verwirrend ist,
also habt bitte Nachsicht mit mir.
Vielleicht fällt euch ja etwas zu dem Thema ein und ihr könnt mir neue Denkanstöße geben.
Die besten Wünsche zu Euch,
~Sylphe~
Hallo Sylphe,
in der Tat ein verwirrendes Thema. Ich habe mir z.B. früher oft die Frage gestellt, ob jeder Farben so sieht wie ich. Definieren wir Blau als Blau weil wir gelernt haben das das was wir da gerade sehen die Farbe Blau ist, egal was da tatsächlich zu sehen ist? Ich meine wenn ich Blau als Rot sehe und ein anderer als Grün, wir aber beide immer gelernt haben das das Blau ist, würden wir uns einig sein: jau, das ist Blau! Auch etwas verwirrend, gell?
Wahrnehmung ist natürlich immer subjektiv und hängt auch mit den Erfahrungen zusammen die wir ganz individuell gemacht haben. Zum Beispiel auch die Wahrnehmung von Gefahr bzw gefährlichen Situationen. Der eine mag etwas als völlig ungefährlich empfinden während der andere bereits nach "Fluchtwegen" sucht. Aus solchen Grundsituationen entstehen dann auch schnell Mißverständnisse weil der Eine nicht einsieht, dass der andere eine andere Wahrnehmung der Situation hatte und darauf basierend eine andere Wertung getroffen hat. Das gilt i.Ü. ähnlich auch für Vertrauen.
Hmmm, wenn man das so sieht, gibt es vermutlich keine - oder selten eine - reine Wahrnehmung wie du sie beschreibst oder? Das hieße ja völlige Objektivität. Wertfrei ist letztendlich nichts, so sehr wir uns auch bemühen, irgendwie werden meißt unsere Erfahrungen zumindest unterbewußt mitschwingen.
Die Frage ist, ob das in jedem Falle schlecht ist, weil es auch die Grundlage für Diskussion ist.
Etwas anderes und gleichviel schwieriger finde ich die Frage der inneren oder eigenen Wahrnehmung. Man muß sich schon sehr genau kennen um da ran zu kommen. Ich denke mal hier schwingt auch wieder der Begriff der "Zufriedenheit" mit sich selbst mit. Aber auch das Feedback das wir von anderen auf die eigene Person erhalten.
Wenn du dich nun über- oder unterordnest, urteilst du nicht nur über andere. Vor allem urteilst Du auch über dich selbst. Das kann sowohl Überschätzung als auch Unterschätzung sein. Oder ist eine Überschätzung nur ein gesundes Selbstvertrauen? Ist es nicht noch viel schwieriger sich selbst objektiv zu sehen? Und dann auch noch der Zwang sich selbst überhaupt ständig vergleichen zu müssen, stets im Wettbewerb zu stehen. Davon wäre ich gerne frei - auch in den Augen anderer.
Hmmm, sehr interessantes Thema indeed!
LG
vom
Pilger
Das mit den Farben finde ich ja witzig, ich habe mir erst noch überlegt ob ich das einbringe, denn ich habe genau das gleiche schon durchdacht, genau wie du, dachte aber, das ist dann letzendlich zu verwirrend, hehe, wie lustig.
Ich denke, sobald man sich über einen anderen stellt, hat das nichts mehr mit gesundem selbstvertrauen zu tun, andererseits ist es aber auch ungesund sich einem anderen unterzuordnen.
Na ja, darin übe ich mich.
Ja, von diesem stetigen kontollieren und reflektieren des eigenen Tuns und urteielen der anderen, davon spreche ich, und davon würde ich mich auch gerne befreien.
Deshalb auch mein Gedanke von einer "reinen, wertfreien Wahrnehmung",
und was ist überhaupt eine reine Wahrnehmung oder besser gesagt, wie komme ich dahin ?
Mir fällt da noch ein, im Jetzt leben.
Erfahrungen kann man ja miteinbringen, seine Meinung äußern, heißt ja auch nicht, dass man urteilt.
achso und was ich auch festgestellt habe, um so strenger man mit sich selbst ist, um so kritischer ist man auch mit seinen Mitmenschen, das ist eine Teufelsspirale.
Was ich auch noch weiß, ist , das wir mit unseren zwei Gehirnhälften denken.
Die linke Seite steht für das "väterliche"
für alles was geplant, kontrolliert, durchdacht, organisiert wird,
für Motivation, Ziele u.s.w.
bei fast allen Menschen überwiegt diese Gehirnhäfte beim Denken, da wir in einer Umwelt aufwachsen wo diese Seite besonders gefördert wird.
Die rechte Gehirnhälfte steht für das "mütterliche"
das sanfte, kreative, freie, das weite ohne Einschränkungen, intuitive,ganzheitliche, emotionale
u.s.w.
diese Seite ist bei den meisten Menschen nicht so ausgeprägt und oft sogar kleiner als die linke Hemisphäre.
Man kann diese Seite aber durch Übungen fördern.
Optimal ist, wenn beide Seiten gleichsam aktiv sind.
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Ja, das wurde mir erst letztens richtig bewusst, dass die meisten Menschen ihre Wahrnehmung viel mehr nach Außen richten als zu sich selbst.
Hm, warscheinlich weil die "Innenarbeit" viel schwieriger und schmerzhafter( erstmal) ist, als nach Außen.
Sich selbst zu sehen und erkennen, ist viel schmerzvoller, aber meiner Meinung nach der richtige Weg um ins Gleichgewicht zu kommen...und da wären wir dann bei der Zufriedenheit.
hm.
Ich werde jetzt erst nochmal darüber nachdenken, denn irgendwie habe ich zwar eine Frage, oder sogar mehrere zu diesem Thema, kann sie aber nicht konkretisieren, irgendwas fehlt
*Knoten aus meinem Gehirn entferne und mich dann wieder zu Schrift melde*
Danke Pilger,
Grüße,
~Sylphe~
--
~Kein Licht ohne Schatten~
Und ich dachte schon ich wär bescheuert wegen der Farben :D
Das mit der Wertfreiheit hatten ir neulich schon mal. Theorie und Praxis! Ich fürchte, das im echten wirklichen Leben Wertfreiheit nicht zu erreichen ist. Wie können uns bemhen, sind aber zuletzt immer mit den Werturteilen anderer konfrontiert auf die wir dann wiederum reagieren müssen. Im persönlichen Bereich mag ich dann noch darüber stehen, beruflich kann ich das nicht. Da muß ich Urteilen und Werten, mich auf eine Seite schlagen. Genau das macht mir oft Probleme.
Das macht es dann auch wieder schwer privat davon loszukommen. Durch andere Erfahrungen habe ich aber gelernt wie wichtig es ist sich nicht an den Urteilen anderer zu orientieren. Zugleich habe ich gesehen wie relevant andere Urteile sein können, welche Konsequenzen sie haben.
Was die Strenge mit sich und anderen ist, das ist grundsätzlich richtig. Man sollte sich von derlei Übertragungen zumindest freimachen. Aber man darf auch nicht beliebig werden. Man kann auch nicht anderen alles durchgehen lassen. Na ja, bei aller Bemühung, letztlich werten wir immer. Liebe, Freundschaft... auch da spielt die Wahrnehmung eine wichtige Rolle, auch die eigene.
Mit der Innenarbeit, das kenn ich. Der Weg ist lang uns kann sehr schmerzhaft sein. Das ist - wie schon erklärt - der Grund meines hiesigen Namens.
DAs mit den Hirnhälften hab ich zwar schon gehört, aber wie "aktiviert" man die andere - rechte - Seite?
Ich danke Dir auch für diese Disussion,
Gruß
Pilger
Eine gute Übung ist die liegende 8.
Du nimmst ein großes Blatt Papier, zwei Farbstifte.
Erst einen Stift in die rechte Hand und fängst du an von der Mitte des Blattes eine liegende 8 zu kreisen, also so, dass die Kreise der 8 rechts und links liegen.
Wenn das ganze im Fluss ist, machst du das gleiche mit der linken Hand, wieder von der Mitte anfangen( quasie über die ersten Linien kreisen) und zum Schluss mit beiden gleichzeitig, aber so, dass die Stifte sich nicht berühren.
Du kannst aber auch kleine Übungen in den Alltag einbauen, z.B. mal versuchen eine Zeitlang, alles mit der linken Hand zu machen ( wenn du Rechtshänder bist, ansonsten umgekehrt).
Was auch interessant ist, zu einem bestimmten Thema, das dich beschäftigt, erst alles was dir einfällt mit der rechten Hand zu schreiben und nach einer kleinen Pause dann mit der linken.
Das habe ich von einer Freundin, ich habe es selbst ausprobiert und es ist wirklich verblüffend.
Bei mir war es tatsächlich so, dass ich mit der linken Hand ganz andere Worte
,sprich ganz andere Formulierungen gebraucht habe, als mit der rechten.
Das kann manchmal sehr aufschlussreich für einen selbst sein.
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ein schönes Wochenende wünsch ich dem Pilger,
:)
~Sylphe~
Noch was bevor ich ins Wochenende fahre....
Moin ,
:)
Ich glaube, das Wertfreiheit im Leben zu erreichen ist.
Wertfreiheit heißt für mich, nicht, das ich keine Meinung haben darf oder die nicht äußern darf, ganz im Gegenteil, aber eben wertfrei.
(eine Kunst die ich noch lange nicht beherrsche )
Wenn ich eine Situation oder Einstellung eines anderen vor mir habe, die mit meinem Inneren nicht übereinstimmt, dann kann ich meine Gedanken, Gefühle dazu äußern und sie dem anderen entgegenstellen, aber eben wertfrei, das heißt, ohne dass ich meinem Gegenüber Vorwürfe mache oder ihn für seine Gedanken etc. verurteile.
Das heißt, ich kann standhaft sein und bleibe bei meiner Ansicht, aber ich zwinge sie natürlich dem anderen auch nicht auf. Wenn es nicht zu einer Übereinstimmung kommt, diese aber erforderlich ist, muss eine Lösung gefunden werden.
Entweder die Wege gehen auseinander oder beide gehen Kompromisse ein.
Übrigens, gelingt einem solch ein wertfreier Umgang miteinander, sprich, begegnet man einem anderen indem man seine Gedanken/Gefühle äußert, ohne
Urteil der Gedanken oder des Verhaltens des anderen, ist es oft verblüffend was passiert.
Denn wenn z.B. der andere ein Fehler gemacht hat, oder im Grunde weiß, dass sein Verhalten nicht korrekt ist, dann kommt er so automatisch in die Position sein Verhalten zu überdenken und sich mitzuteilen.....bei einer Verurteilung ( Bewertung) geht er automatisch in die Abwehrhaltung
und es kann gar kein produktives Miteinander stattfinden.
Eigentlich eine geniale Taktik, aber wie gesagt, auch eine hohe Kunst.
Bin übers Wochenende nicht da und habe somit nochmal Zeit mir über mein Thema Gedanken zu machen :)
Gruß,
~Sylphe~
Nabend Sylphe,
wir hatten das Thema der Wertfreiheit neulich schon mal. Ich habe seit dem immer wieder darüber nachgedacht.
Zuerst: ich denke wir leben in einer wertenden Umgebung. Wir werden immer bewertet. Auch wir bewerten oft. Manchmal müssen wir das auch weil es instinkt ist und evtl unseren Allerwertesten retten kann. Schon beruflich muß ich andere bewerten und über andere urteilen. Oft nicht so wie ich möchte. Aber ich bin auch zu dem Schluß gekommen nicht mehr alles und jeden bewerten zu wollen. Und wie es scheint spare ich Energie dadurch. Ich rege mich weniger auf (was ich ansonsten ganz gut kann ;) ) und bestimmte Diskussionen laufen entspannter ab.
Was das Rügen von Fehlern z.B, von Mitarbeitern angeht hab ich mir das Verurteilen allerdings schon länger abgewöhnt. Einmal nutzt es nichts ein riesen Fass aufzumachen wenn das Kind schon im Brunnen liegt (dann sollte man vermutlich das Kind aus dem Brunnen holen und das Fass dann aufmachen, wenn es sich nichts getan hat :D ) . Das mit der Eigenreflexion der "Fehlenden" ist allerdings auch so eine Sache. Fehlender Druck kann auch eine Scheißegal Einstellung hervorrufen oder fördern.
Aber ich denke generell ist Dein Weg gut und richtig. Wertfreie darlegung der Position und Diskussion.
Auch ich habe da noch einiges vor mir aber auch hier bemühe ich mich.
Wünsche einen schönen Wochenanfang,
Pilger
hm,
nach Tagen nur nochmal kurz dazu :
Wahrnemung = Realität= subjektiv
Ich mach mich ja grad mal wieder etwas schlau und meine Psychologielehrerin meinte es ist durchaus möglich, dass jeder Mensch die Farben unterschiedlich sieht, aber eben irgendwann gelernt hat dass man zu "grün" grün sagt u.s.w.
Wir behandeln demnächst das Thema Wahrnehmung noch intensiver, vielleicht bin ich ja dann auch nochmal schlauer oder hab ganz andere Fragen....
:)
lasst es euch gut gehn,
~Sylphe~
Neuer Jünger
04.09.2005, 17:15
absolut philosophisch hier :)
glaubt mir - das selbe mit den Farben hatte ich mir auch schon einmal
überlegt - das quasi ein anderer mein mir bekanntes Grün als z.B. Blau
sieht.
was mir erst kürzlich kam;
ob es wohl auch ein "Handbuch des Kriegers des Schattens" gibt ?
steht dann dort genau das Gegenteil wie im unserem ?
@ Sylphe:
meinst du mit Wertfreiheit vielleicht "nicht Materialistisch" zu sein ?
ansonsten sollte man ein jedem Ding den Wert geben, den es verdient,
obwohl das natürlich auch schwer ist.
uns so verbleibe ich,
mit lieben Grüßen
Neuer Jünger
Hallo!
@ Jünger,
ich merke, dass ich auf dem Holzweg war.
Ich dachte es sollte für mich erstrebenswert sein, wertfrei wahrzunehmen.
Damit habe ich in erster Linie meine Mitmenschen gemeint.
Aber wie ich nun gelernt habe, geht das gar nicht, weil unser Gehirn nämlich so ausgerichtet ist, dass wir alle Sinnesreize automatisch verarbeiten und auswerten, rein subjektiv, hauptsächlich abhängig von unseren Vorerfahrungen.
Es ist also ganz "normal" dass ich einen Menschen von Anhieb an unsympathisch empfinde oder absolut sympathisch ( siehe das Thema "Liebe auf den ersten Blick")
Das kann man gar nicht abtrainieren, ist auch nicht sinnvoll,
dient nämlich unserer Orientierung und unseres Schutzes.. somit auch unserer Entwicklung.
Also, hätten wir das auch geklärt :)
so weit so gut, :)
Grüße,
~Sylphe~
muss noch was anfügen.
Wenn ich jemanden nicht riechen kann ( was tatsächlich an dem Geruch des anderen liegt)
dann ist das trotzdem für mich erstrebenswert, ihn "wertfrei" zu betrachten...aber das heißt ja nicht, dass wir Freunde werden müssen, sondern ich kann ihm ja einfach aus dem Weg gehen....
so einfach sind die Erkenntnisse manchmal.
Mag für euch jetzt ganz selbstverständlich sein,
aber ich ertapp mich immer wieder, dass ich glaube, ich muss mit allen Mitmenschen irgendwie auf einen grünen Zweig kommen,
beknackt, oder?
DAs Thema mit dem Bewerten hatten wir schon mal. Also wie Sylphe schon sagte denke ich auch , das bestimmte Eindrücke auf uns wirken und automatisch "umgesetzt" werden. Auch ich habe i.d.R. ein gutes oder schlechtes - manchmal auch kein - Gefühl beim ersten Kontakt. Aber wie auch schon gesagt sollte man trotz des Gefühles wertfrei and die Betrachtgung einer Person oder auch Situation(?) gehen. Der erste gefühlsmäßige Eindruck schützt uns und bleibt im Hintergrund aber oft irren wir auch. Wenn ein weiterer Kontakt, eine tiefere Beschäftigung mit der Situation uns kein positives Bild vermitteln, dann in der Tat versuche ich inzwischen trotzdem möglichst wertfrei zu bleiben und z.B. dem anderen aus dem Weg zu gehen. Allerdinsg muß ich zugeben, dass das nicht einfach für mich ist und viel Kraft oder Arbeit bedeutet.
@ Sylphe, das mit dem auf den grünen Zweig kommen klingt nicht bekloppt denn es zwigt eine grundsätzliche Offenheit für andere. Aber ich bin eher jemand der zweifelt und gerade nicht mit anderen auf einen Zweig, den grünen, kommen kommen will obwohl ich eher harmoniebedürftig bin. Liegt wohl an meiner Biographie - und an meinem Job.
Sylphe nimmt ein imaginäres Messer und versucht sich bei Pilger ne Scheibe abzuschneiden *g*
*säbel* *lach*
ich glaub deine Methode ist gesünder !
was mir fehlt ist der Mut..liegt an meiner Biografie...aber wir können ja vieles an uns verändern, wenn wir mutig und geduldig sind, hatten wir ja auch schon in einem anderen thread besprochen
die Kreise schließen sich :)
Grüße durch die Nacht,
~Sylphe~
movingshadow
10.09.2005, 17:58
Hallo Sylphe,
was du schreibst ist ein normaler aber auch sehr komplizierter Ablauf des Menschen
zu überleben, sich in dieser Welt zurecht zu finden.
Wenn wir unsere gesamte Umwelt wirklich "Wertfrei" betrachten würden, würde eine einzige Sekunde unseres Lebens ausreichen um unser nur zu 10% genutztes Gehirn komplett zu überladen.
Die Datenflut, die wir sonst aufnehmen, im Alltag, ist so viel, das wir anhand von Erfahrung, Vererbung (angeborenen Verhaltensmustern) und stetigem lernen eine Auswahl treffen müssen.
Ein Beispiel beim überqueren einer Straße:
Wie fatal und unwichtig wären da:
die Wolke am blauen Himmel, weiß neblig, schwer oder doch ganz leicht, mit sämtlichen assoziationen an Sahne Zuckerwatte und Nashörner beim Ballspielen.
Der Dreck der Straße, die Farben, der Kontrast der Häuser, die Leute, die Bewegung...
Alles völlig unwichtig beim überqueren, wollen wir doch sicher auf die andere Seite gelangen.
Doch die Welt hält in so einer einzigen Momentaufnahme so viele unendliche Eindrücke bereit, das wir schlicht verrückt würden.
Deshalb treffen wir eine Qualitätsauswahl.
Das, was für den jeweiligen Moment eine höhere Qualität besitzt, wird ins Hirn zur verarbeitung weitergereicht, alles andere wird gefiltert!
Und so geschieht es, das du nicht Wertfrei entscheiden kannst, Sylphe.
Wertfrei hieße in meinem Beispiel(wenigstens ein Stück) sich bewußt dazu zu entscheiden, nicht die Straße zu überqueren für einen Augenblick, um die Dinge momentaner geringerer Qualität aufnehmen zu können, ohne sich dabei zu gefährden.
Und selbst da wertest du, was du sehen willst.
Für mich ist dies eine kleine Anspielung des Lebens auf eine Art Schicksal.
Man konfrontiert sich nur mit Sachen, die seinem Leben vorausgingen.
Vielleicht sogar durch weiterreichung der Gene, aus dem vorherigen.
Ich mach mal Schluss, sonst schreibe ich noch´n Roman wie in meinem ersten Thread!
Liebe Grüße
Hallo lieber movingshadow,
das ist genauso wie du schreibst, zum Glück-
und wie schwer das für Menschen, hauptsächlich Kinder, ist, die Reize nicht selektieren können,
schwer vorstellbar ( ADS)
Bei diesem Gedanken ist mir eingefallen, dass es wohl unmöglich wäre eins zu sein mit dem was man tut etc....mir ging gerade durch den Kopf, sehr warscheinlich eine ausgeszeichnete Fähigkeit, wenn gelernt werden könnte wie solche Menschen mit so einer Reizüberflutung umgehen können ( mal abgesehen davon, sie müssten nicht in unserem Schulsystem und anderen Systemen bestehen...)
Denn ich glaube jedes Schicksal, enthält eine ungemeine Chance, für Jeden.
Alles in allem, habe ich für mich erkannt, das es wichtig ist immer wieder mir selbst bewusst zu machen, wie und was ich selektiere, denn diesen Einfluss habe ich ja zum Glück
Kommt mir zumindest so vor :) siehe "freier Wille" im thread Philosophie
Liebe Grüße,
~Sylphe~