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Thema: Verzeihen

  1. #1
    Registriert seit
    06.04.2004
    Ort
    Wennigsen
    Beiträge
    717

    Standard

    Hallo!

    Ich wollte eure Meinung hören. Seit langen beschäftigt mich ein Thema, was vielleicht mit verzeihen zu tun haben könnte. Jeder von euch kennt sicherlich Menschen die einen sehr verletzt haben. Nun ist es meine Überzeugung dann Frieden zu finden, wenn man selbst Frieden wünscht - oder aber es wird so propagiert und deswegen bin ich im Konflikt. Es gibt also Menschen, die mich sehr verletzt haben, aber ich ihnen verzeihen kann. Verzeihen einfach aus der Erkenntnis heraus, dass diese Menschen zum damaligen Zeitpunkt nicht anders (besser) handeln konnten und das meine Rolle eine ebensowichtige Entwicklung in meinem Leben, wie in ihrem Leben spielte. Mit dieser Erkenntnis kann ich recht gut umgehen, doch heißt es, man soll seine Feinde "lieben". Und wenn ich versuche ihnen von Herzen alles Gute zu wünschen funktioniert es nicht. Es ist eher so, dass in mir der Wunsch des Verfluchens ist. Ich frage mich woher dieser Zwiespalt kommt, und wie ich diese Mißgunst wohl abstellen könnte. Eine Stimme in mir sagt, dass es eine Schwäche von mir ist und das ich diese ausmerzen sollte. Eine andere Stimme sagt, "NEIN! Wenn du ihnen etwas gutes wünschst, wird es ihnen geschehen, sie haben kein Recht darauf.".

    Dann frage ich mich, was es für mein Leben bedeuten würde, wenn es ihnen schlecht oder gut geht. In beiden Fällen hätte das keine Auswirkung auf mich persönlich. Trotzdem ist in mir ein wohleres Gefühl, wenn es diesen Menschen "schlecht" geht, oder ich ihnen zumindest nichts Gutes wünschen muß.
    Ist mein Ego so stark, dass dies danach verlangt? Obwohl ich vom Verstand her etwas anderes weiß, oder auch die innere Stimme in mir sagt, dass es anders besser wäre? Was hält verkrampft in mir daran fest? Wie kann ich es lösen? Oder wie kann ich mich überhaupt überzeugen, dass es besser ist - denn wenn ich das einsehen würde, ergäbe sich das Problem wohl kaum.

    Danke für eure Erfahrung/Meinung!

    Tobi
    Der Friede sei mit dir.
    Die Welle und das Meer sind eins

  2. #2
    karmah Gast

    Standard

    hey,
    ich hab nochmal drüber nachgedacht.
    ich sagte ja in der privaten antwort, dass man sich nicht vom vampier zum vampier machen lassen darf.(diese metapher nutzt ein "retter", der mir half und hilft meinem leben zu glauben.)
    wenn also so ein kranker mensch, der dich verletzte , ich gehe davon aus, dass er den fehler im hirn hat und nicht du, also das deine auffassung von "er hat mich verletzt" (der fehler nicht umgekehrt) stimmt: objektiv gesehen.
    wenn also dieser mensch so falsch und verwegen lebt, dass er dir dabei voll über die füsse gefahren ist, dann ist das schon schlimm genug, denn die strafe liegt ja auf der hand: er muss sehr diszipliniert und hart an sich arbeiten, wenn er überhaupt erkennt wie sinnlos sein leben ist, wenn er solchen mist baut-also das wird für ihn umso schwerer-je tiefer man fällt umso härter ist der aufschlag oder umso länger braucht man um wieder hoch zu kommen.also wenn er erkennt was er tut durch selbstreflexion, dann ist es für ihn schmerzhaft und schwer genug. sollte er es nie erkennen, dass er nur angst hat richtig zu sein und das leben zu schätzen, was weiss ich wo seine auffassungsgabe ihm einen streich spielt-dann ist es auch schlimm für ihn, denn ihm wird nach gesetz gleiches zu gleichem, nichts besseres wiederfahren als was er abwirft bei seinem umfeld-also ein echt langweiliges , schlechtes, verlogenes, klischehaftes leben, wo die wahrheit nur das ist was man so den tag lang plappert, ein bisschen schwachsinn hier ein bisschen schwachsinn da.

    lohnt es sich überhaupt ihm ein noch schlechteres leben zu wünschen?? ha!
    naja und du würdest nur genauso werden wie er wenn du das tätest-
    und noch hinzu kommt, dass man nicht alle leben retten kann. also wenn du ihm helfen willst, dann überleg dir, ob es auch wirkich an dir liegt das zu tun, oder ob sein weg den deinen nicht mehr krezen sollte, weil es nicht dein kampf ist.
    mfg
    die karmah

  3. #3
    Registriert seit
    22.04.2004
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    531

    Standard

    Hallo Tobi,

    das ist eine gute Frage. Ich sehe das so, dass ich meinem Feind nicht unbedingt alles Gute wünschen muss. Ich halte es da eher mit Daskalos (Stylianos Atteshlis), der sagte, dass jeder Gedanke, jedes Wort sogenannte Elementale aussendet, also quasi positiv oder negativ geladene Gedanken-"Teilchen". Diese kehren nach vollbrachter Aufgabe zu ihrem Schöpfer zurück. Das bedeutet, dass, wenn ich meinem Gegner etwas schlechtes an den Hals wünsche, wird mich das auf alle Fälle irgendwann selbst treffen, also wie ein Bumerang. Also wünsche ich meinem Gegenüber erstmal garnichts. stattdessen sage ich mir lieber: Dieser Mensch sollte etwas lernen; er hats heute nicht gelernt, also wird er seine Lektion später nachholen müssen. Irgendwann wird ihn das, was er getan hat, einholen und er wird sich damit auseinandersetzen müssen.

    Vielleicht ist dies ein Gedankenanstoß fü Dich?

    Gruß: Shay
    Einen lieben Gruß an alle:

    Martin

    --
    Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher.

  4. #4
    karmah Gast

    Standard

    hey shy,
    das ist gut!! wie der pfleil den man abschiesst, der jedoch im kreis zu einem zurück fliegt und selbst erlegt...
    aber ich finde, dass es genügend menschen gibt, die abkratzen oder abkratzden, ohne ihre lektionen gelernt zu haben, was ist mit denen?

  5. #5
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    22.04.2004
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    531

    Standard

    Nee, es geht ja hier nicht nur um ein Leben. Du bist ja nicht nur Materie, die nach dem Tod verrottet, da ist ja noch viel mehr. Und das, was Du in diesem Leben nicht lernst, lernst Du in einem der nächsten. Du wirst vom Universum quasi auf den Weg gebracht. Hast Du eigentlich nie "Auf dem Jakobsweg" gelesen? Hier findest Du einige Fragen auf sehr persönliche Weise erklärt. Kann ich Dir nur wärmstens empfehlen.
    P.S.: Was machst Du um 5.10 Uhr am Rechner?
    Einen lieben Gruß an alle:

    Martin

    --
    Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher.

  6. #6
    karmah Gast

    Standard

    hey shay,
    zur arbeit gehen, deshalb bin ich heute früh aufgestanden.

  7. #7
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    531

    Standard

    @karmah: o weia... so früh? ich fang erst um 9.00 Uhr an (bei 20 Min. Anfahrt macht das prinzipiell ziemlich lange schlafen, wird vereitelt durch Sohnemann Lukas, 2.3/4 Jahre alt...). Aber: um 5.10 Uhr könnt ich nicht am Rechner sitzen... da wäre ich ja noch blind
    Wünsch Dir ein schönes Wochenende!

    Gruß: Shay
    Einen lieben Gruß an alle:

    Martin

    --
    Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher.

  8. #8
    karmah Gast

    Standard

    schönen guten tag!
    krass wie unterschiedlich die auffassungsgabe ist , so je nach tages nachtszeit, ich war heut früh komischer weise nicht verlegen hier an die kiste zu gehen-usw.....
    von wegen wochenende-
    ich wäre ja jetzt sehr gerne an den see hier in der nähe gefahren, hab fackeln und so gekauft, aber das wetter macht da nicht mit und im schlamm ists einfach nicht so entspannend.
    Sohnemann Luki , das ist ja klasse!Ich wünsch euch auch eine schöne wochenendzeit!
    bin grad nicht so kreativ zum schreiben, wenn ich es auf den punkt gebracht hab kommts sofort hier rein! ;-)
    Euch allen ein tolles wochenende!

  9. #9
    karmah Gast

    Standard

    jakobsweg ist ne wanderung/pilgersache, hab ich eben im inernet gelesen, so sternenwanderungen und sowas-mhh und dein buch, worum geht es da?
    :-)

  10. #10
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    531

    Standard

    @karmah:
    Moin & und 'nen schönen Montag!
    Tja, das Buch "Auf dem Jakosbweg" stammt auch von Paulo Coelho, war sein Erstlingswerk, und beschreibt seine persönlichen Erfahrungen auf diesem Weg. Nur falls es Dich interessiert: der Weg von St.-Jean-Pied-de-Port (Pyrenäen) nach Santiago de Compostela ist ca. 700km lang und in ca. 4 Wochen zu bewältigen - da kann man also eine ganze Menge erleben...
    Jedenfalls lernt Coelho dort einige wichtige Lektion der RAM, die er dann in seinen nachfolgenden Büchern verarbeitet. Und dazu gehört einiges zum Thema Verzeihen, Lernprozess, Wiedergeburt, Todes-Angst usw.
    Sehr interessant, natürlich kein Roman, keine leichte Lektüre, aber es fesslet ungemein, wenn man einmal angefangen hat. Eins meiner Lieblingsbücher!
    Also: Lesetipp!

    Gruß: Shay
    Einen lieben Gruß an alle:

    Martin

    --
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