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Thema: Die "Westliche Welt" und Natur?

  1. #1
    Registriert seit
    20.06.2004
    Ort
    Erfurt
    Beiträge
    81

    Standard

    Seid gegrüßt!

    Bin gerade von einem sehr inspirativen Wochenendausflug mit Renegard zurückgekehrt.
    Lauter neue Eindrücke, jede Menge Input, fast zuviel, um es zu verarbeiten, aber dennoch sehr, sehr anregend.
    Wir waren in Bayern, erst in einer Westernstadt und dann Übernachtung im Tipi, aber außerhalb des so genannten „Freizeitparks“. Klar, die Westernstadt an sich, war eher kommerziell ausgerichtet, so wie vieles heutzutage (leider!), aber dennoch gab es sehr inspirierende, spirituelle Momente. Vor allem „Hunting Wolf“, ein Chayenne Halbblut hat es uns beiden sehr angetan. Ein alter, weiser Indianer, der versuchte über diese kommerzielle Schiene, die nun mal in so einem Park gefahren wird, wenigstens einen kleinen Teil seiner Denk- und Lebensweise weiter zu geben. Er berichtete von der Lebensweise seines Volkes in Einklang mit der Natur, über ihre spirituellen Riten etc.
    Wir standen in einer Masse von „seelenlosen Wanderern“, die sich all das nur anhörten, weil es eben zur Show gehört. Aber bei uns beiden hat es weit mehr bewegt. In mir ist zum Beispiel die Frage aufgekommen, warum wir nicht zu diesem Lebensweg zurückkehren können, warum die meisten Menschen der „westlichen Welt“ die Natur so wenig achten. Sie ist es doch, die uns hervorgebracht hat, die uns ernährt, sie ist in diesem Sinne unsere Mutter. Und wir schänden sie, wo wir nur können, ohne Rücksicht auf Verluste. Warum? Wir können nicht ohne sie leben, warum kapieren die Menschen das nicht? Wenn die Natur erstmal zerstört ist, gibt es keinen Weg zurück.
    Klar, ich möchte auch nicht unbedingt auf mein Auto verzichten und auch nicht auf andere Annehmlichkeiten der „zivilisierten Welt“, wie zum Beispiel Internet. Sonst könnte ich ja nicht mit euch kommunizieren. Aber es ging doch auch ohne. Für mich ist dieses Forum so etwas, was früher das Lagerfeuer war, man „sitzt“ zusammen und erzählt seine Geschichten, tauscht seine Gedanken aus, holt sich Rat, wenn man welchen braucht. Ich finde das schön, aber es gibt doch auch noch anderes. Es muss sich doch irgendwie vereinen lassen. Oder nicht?
    In Anbetracht dessen, was ich dort gehört und auch erlebt habe, hab ich auch mal über mein bisheriges Verhältnis zu Mutter Natur nachgedacht und festgestellt, dass ich auch noch einiges zu verbessern hätte. Und ich werde es tun, selbst wenn es nur ein kleiner Beitrag ist. Aber wenn wir nicht bei uns selbst anfangen, wer soll es denn sonst tun? Jeder trägt ein stück der Verantwortung und sollte zumindestens versuchen dieser bestmöglich nachzukommen.

    In diesem Sinne

    Davanala

    Ganz spezielle Grüße an Renegard, meinen Weggefährten ( Du weißt schon, was ich meine )
    Sieh die Wahrheit, wo immer du bist. Und dann setze deine Reise fort.

  2. #2
    mönch in der welt Gast

    Standard

    ein schlafloses hallo an all mein krieger!
    ein leben in einklang mit der natur im (großstadt)alltag ist auf jeden fall möglich. kleine dosen sind besser als gar nix. vielleicht hab nur ich leicht reden, weiß ja nicht wie euer leben aussieht.denke ich beschreib euch mein naturzusammenleben, dann könnt ihr mir ja sagen obs was taugt oder nicht.
    ich habe kein auto, komm auch so überall hin, hab ja nicht mal nen führerschein und das mit 26.ich will auch keinen. ich bin, mönch bedingt, ein zu fuß geher. ich gehe fast überall hin zu fuß, fast alles meint eine zeitspanne bis zu 2 stunden, sonst nehm ich die öffis. bringt jetzt bitte nicht das alte vorurteil: die studenten ham ja zeit!. nein so ists sicher nicht. ich nehm mir die zeit einfach, deswegen steh ich jeden tag, auch wochenende um 6 uhr auf. klar funktioniert das nicht immer, aber ich trainiere drauf hin.
    ich vermeide müll, trenne den rest.
    ernähre mich vegan, vermeide leder und anderes tierisches.
    bei mir is alles bio aber nicht pseudo-bio sondern echt.
    meine überlegung ist sicher naiv werdet ihr sagen, oder zu extrem, aber das geht so: ich stelle mir vor ich lebe in einem großen garten a la garten eden,und mein leben sollte dem angemessen sein: ganz einfach, ganz erdverbunden, ganz liebevoll.
    euer mönch.

    dafür hab ich andere macken, die mich nicht grad zu einem heiligen machen, aber das leben in der welt bringt auch viele verlockungen.

  3. #3
    Registriert seit
    06.04.2004
    Ort
    Wennigsen
    Beiträge
    717

    Standard

    Hallo Davanala!

    Klar macht man sich so seine Gedanken, gerade im Bezug auch auf "vegan". Ich denke mal, allein aufgrund der Überbevölkerung ist es nicht möglich völlig im Einklang zu leben - aber und da stimme ich dir zu, jeder kann einen kleinen Beitrag leisten und einfach bewußter leben. Und sei es, die Eier vom Bauern zu holen, in sofern das möglich ist (dort wo man sie sogar noch anschauen kann?). Für mich persönlich ist es nicht in Ordnung, dass die Welt aus purer Profitgier zerstört wird. Aber Fleisch zu essen, weil man Hunger hat, finde ich weniger schlimm - zumindest genauso "schlimm" als würde ich eine Pflanze essen. Es gibt kein Ende und kein Anfang - gehen wir davon aus, dass sich alles in einer Symbiose befindet, so dient das Tier, dass wir essen einem höheren Zweck. Es geht in uns ein und wird somit etwas größeres als zuvor. Geht man davon aus, macht es durchaus Sinn ein gesundes Tier zu essen, was nicht leiden mußte (Transportwege, Massenhaltung, Maßt...). Die Indianer waren dankbar, wenn ihnen ein Tier zur Speiße kam und sie sahen es als Geschenk von dem Tier selbst.

    Aber gut, das zielt jetzt mehr auf Mönch ab. Ich verurteile das gar nicht, oder finde das auch gar nicht naiv. Ist prima deine Einstellung - denn letztlich kann man sich das beispielsweise in Großstädten nicht aussuchen (wenn es da nur Massenwaren gibt).
    Auf der andere Seite komme ich, der in einem Furz-Dorf wohnt, ohne Auto gleich mal gar nirgends hin. Hier gibt es keine S- oder U-Bahn - im Idealfall kommt mal ein Tracktor vorbei... wie soll ich arbeiten gehen, wenn ich jeden Tag 45 KM (einfach) auf die Arbeitsstelle muss? Laufen geht schon, aber....

    Wie dem auch sei, ich finde es gut, sich in jedem Fall Gedanken zu machen zu seiner eigenen Lebensweise. Und noch besser, wenn durch solche Menschen diese Denkansätze angeregt werden. Mit Sicherheit hat dieser Mensch, den ihr getroffen habt, schon bei mehreren Leute diesen AHA-Effekt ausgelößt. Und wenn es von tausend am Tag nur einer ist - finde ich prima, dass er das macht.

    Liebe Grüße

    Tobi
    Der Friede sei mit dir.
    Die Welle und das Meer sind eins

  4. #4
    Suchender Gast

    Standard

    Hallo,

    die von Tobi angesprochene Art alles als eine Symbiose zu sehen finde ich
    sehr gut. Ansonsten halte ich es ebenfalls wie die Indianer, man muss
    dankbar sein das man Essen bekommt um zu überleben. Man muss dem
    Tier dankbar sein dass einen ernährt und ebenfalls den Pflanzen, also kurz
    gesagt denke ich nicht das es verwerflich ist Fleisch zu essen, solange man
    sich nur soviel von der Natur nimmt wie man braucht.
    Die Natur ist unsere Mutter und sorgt für uns, aber auch eine Mutter sollte
    man nicht ausnutzen.
    Allerdings muss ich "Mönch in der Welt" respekt zollen, den auch ich
    unterliege oft der Bequemlichkeit und habe Hochachtung vor Menschen
    die diesbezüglich disziplinierter sind als ich.

    Ich hoffe dieser alte weise Mann lebt noch sehr lange und gibt nicht auf
    in seinem Bestreben so viele Menschen wie er erreichen kann zum Nachdenken
    anzuregen. Diese Menschen brauchen wir in dieser und den kommenden
    Zeiten mehr als Armeen von Kriegern.

    Gruß
    Suchender

  5. #5
    Registriert seit
    06.04.2004
    Ort
    wien
    Beiträge
    154

    Standard

    Hallo ihr Lieben.

    Ich finde euere Einstellungen super. Wenn alle so denken würden, würde unsere Welt aunderes sein.
    Was deine Einstellung lieber Mönch betrifft finde ich überhaupt nicht naiv, sondern mutig und respektvoll.
    Auch ich finde, dass, egal was man isst, wenn man das Essen mit Respekt zu sich nimmt, und dem Tier, oder Pflanze dankbar ist, ist es alles O.K.

    Auch das mit Früh aufstehen finde ich toll. Ich bin auch gerade dabei mich umzustellen. Ich muss gestehen, dass es mir nicht immer gelingt, aber ich bemühe mich.

    Sicher lieber Tobi, ist es nicht zu vergleichen eine große Stadt mit einem kleneren Ort, und ich finde auch in Ordnung, mit dem Auto zu fahren. Ich bin en praktischer Mensch und finde absurd auf die Anehmllichkeiten der Zivilisation zu verzichten. Was ich glaube ist, dass es darum geht, einfach respektvoller mit der Natur und unsere Umgebung umzugehen. Das man versucht so wenig Mist, wie möglich zu machen, dass man versucht so wenig Wasser wie möglich zu verschwenden, und sollche Sachen. Das ist meiner Meinung nach einfach Rücksicht auf alles, was uns umgibt und letztendlich Restpekt.

    ich finde euch alle toll und verneige mich von euch. Schön das sollche Menschen gibt.

    Alles Liebe
    Ra
    Alle großen Dinge werden mit leichten Herzen erreicht.
    RAMTHA

  6. #6
    Registriert seit
    06.05.2004
    Ort
    Däniken, CH
    Beiträge
    123

    Standard

    hallo alle

    kürzlich bin ich über den namen "sepp holzer" gestolpert und seinen kampf für eine neue und richtig tolle art von landwirtschaft. daraufhin besuch seiner homepage:

    www.krameterhof.at

    bin begeistert, auch wenn die ganze angelegenheit schon ein bisschen kommerzielle züge annimmt - der holzer hat richtig was bewegt!!

    liebe grüsse an euch alle hier in diesem wundervollem forum. habe euch alle lieb!!!
    .
    "es ist so gut das zu wissen, dass in uns drinnen einer ist, der alles weiss"

  7. #7
    Lilliana Gast

    Standard

    Seid gegrüßt, ihr Krieger!

    Ich finde es gar nicht verwunderlich, dass die Menschen ohne mit der Wimper zu zucken die Natur zerstören. Ist es nicht so, dass sie es nicht einmal bemerken? Wieviele Menschen nehmen die Natur überhaupt noch bewusst wahr? ich denke, dies sind die wenigsten. Wer kann sich heutzutage schon noch über das Zwitschern der Vögel, über das Flüstern des Windes, über Sonnenstrahlen, die an der Nase kitzeln, sanfte Regentropfen,... erfreuen? Es sind wenige, da die meisten dies gar nicht bemerken oder einfach nur so hinnehmen.
    Dabei gibt es nichts schöneres als sich einfach mal Zeit zu nehmen, um der Natur zu lauschen. Sie hat uns so viel zu erzählen, doch niemand hört ihr mehr zu.
    Dies ist sehr schade. Wir Menschen begreifen nicht, dass wir uns dadurch nur selbst schaden. Denn die Natur braucht uns nicht, aber wir sie um so mehr. Sie ist stark und besitzt ungeahnte Kräfte.
    Alles in der Welt ist im Gleichgewicht und was wir einem anderen (vor allem Mutter Natur) antun, wird dreifach auf uns zurückfallen. Es fängt ja schon bei den ganzen Klimaveränderungen an, bei Umweltkatastrophen usw. Und dies wird erst der Anfang sein, wenn wir nicht bald etwas ändern!
    Auch ich möchte nicht auf die Annehmlichkeiten der "modernen" Welt verzichten. Wer kann und will das auch schon (mein größter Respekt an dich Mönch!!!). Aber davanala hat Recht! Wenn jeder einen kleinen Beitrag leistet, ist dies ein Anfang und sicher auch ein großer Schritt.
    Vor allem ist es wichtig, wieder wahrzunehmen, mit allen Sinnen. Denn nur so bemerken wir erst, was wir anrichten. Nur so erlangen wir Menschen wieder Respekt vor Mutter Natur.
    Lehnt euch einfach mal zurück und lauscht, was sie euch sagen will!!!

    Blessed be!
    Lilliana

  8. #8
    mönch in der welt Gast

    Standard

    liebe lilliana!

    ich glaub, ihr habt da was falsch verstanden. ich verzichte nicht auf die annehmlichkeiten der modernen welt. ich bin zwar ein mönch, aber lebe in der WELT.
    wenn ich dem allen aus dem weg gehn wollte, müsste ich zurück in meine einsiedelei, aber das kann und will ich nicht mehr.
    ich reagiere nur sehr empfindlich auf gewisse dinge: muss vor dem schlafen gehen alles elektrische im zimmer ausstecken, sonst kann ich nicht schlafen. ich verzichte ja auch nicht auf handy, computer, internet, auto, usw, weil das in der welt einfach nicht anders geht, aber halt sehr spärlich und wenns unbedingt sein muss.
    überlege mir im moment ja eh, ob ich mir für zuhaus einen laptop kaufen soll. bis jetzt musste ich immer zur uni, um den pc zu nutzen.
    ich versuche einfach ein so erdig wie möglich zu leben um am boden zu bleiben.
    euer mönch IN DER WELT:

  9. #9
    Lilliana Gast

    Standard

    Hallo Mönch!

    Ich habe dich schon richtig verstanden. Wie gesagt, es ist einfach unmöglich diesen "Annehmlichkeiten" aus dem Weg zu gehen. Dennoch gebührt dir mein Respekt. Denn schon allein der Gedanke, alle Wege zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erledigen, würde mir einiges abverlangen. Ebenso deine Entscheidung,nur Bio-Produkte zu verwenden auf Leder und tierische nahrung zu verzichten ist dir hoch anzurechnen.
    Wollte dir einfach nur symbolisieren, dass ich deine Lebensweise sehr schätze!

    sei ganz lieb umarmt!

    Blessed be!

    Lilliana

  10. #10
    Sateeju Gast

    Standard

    Hallo Lilliana
    Deine Aussage, dass die Natur uns nicht braucht, gefällt mir nicht. Ohne den Menschen hätten unzähliche Tier und Pflanzenarten keinerlei Chancen auf diesem Planet. Ohne die Kultivierung der Erde durch Menschenhand, dies im positiven Sinne, gäbe es kaum Wiesen, Hecken und Waldränder. Es gäbe Urwälder von ungeahnten Ausmaßen, die in ihrer Art "Momokulturen" bilden und relativ wenig Spielraum lassen für eine größtmögliche Artenvielfalt.
    Was heute geschieht ist traurig und erinnert an ursprüngliche Urwaldmonokulturen vergangener Jahrtausende, nämlich der subventionierte Maisanbau der moderner Landwirtschaft. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass zwischen diesen Zuständen der Mensch in großer Harmonie mit der Natur lebte. Dass die Natur auch vom Mensch provitiert schildert das kleine Beispiel: Wenn ich im Garten die Erde umgrabe sitzt regelmäßig ein Rotkehlchen bei mir, weil es weiß, dass ich ihm die Würmer sozusagen auf dem Teller serviere.
    Da nichts, auch wirklich nichts in der Entwicklung der Menschheit zurück gedreht werden kann, weil das Bewusstsein es schlicht nicht zulässt, ist die brennende Frage, was für Wege können wir beschreiten, die ein grösstmögliches Maß an individuellen Freiheiten und gleichzeitig eine Ehrfurcht der Schöpfung gegenüber beinhalten.
    Sateeju

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