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Ergebnis 1 bis 8 von 8

Thema: beobachten

  1. #1
    Gast

    Standard

    Immer wenn wieder ein größeres Problem auftaucht, oder etwas unerwartet Schlimmes passiert, überlege ich. Natürlich, was sonst. Ich überlege und überlege alle möglichen Gedanken zu Ende - ob sinnvoll oder nicht. Ich denke, das ist die einzige Möglichkeit, um nicht "stehen zu bleiben". Jedenfalls merke ich irgendwann, wann der Weg in die falsche Richtung lief. Ich will alles wieder "einrenken". Oder halt beim nächsten Mal besser machen. Dann kommt eine neue Strategie, die aber über kurz oder lang wieder im Chaos endet. Chaos insofern: ich hab alles erdenklich mögliche probiert, geklappt hats nicht.
    Im Moment frage ich mich dauernd, ob mir das Ganze nachdenken überhaupt was gebracht hat? Ist es möglich, dass ich von allen Wegen, die ich immer wieder einschlage, der meine jedesmal falsch ist?
    Das war meine Einleitung.
    Ich denke darin liegt der Grund für das nachfolgende Problem.

    Ich schaffe es kaum noch, eine beliebige Situation zu erleben, ohne sie zu
    beobachten. Ich meine damit, ich beobachte mich und andere Menschen
    so, als wäre ich noch ein zweites Mal anwesend. Hört sich das dumm an?
    Ich kanns nicht besser beschreiben. Es fehlt einfach die Einheit von
    Körper, Seele und Geist. Ich hab echt verlernt, einfach zu leben - wie es
    sein sollte.

    Ich weiß nicht, was ich tun soll. Und ich hasse diesen Zustand!
    Kann mir einer von euch helfen?

  2. #2
    sonnenwind Gast

    Standard

    Hallo Prinzessin,

    bin noch "ganz neu" in diesem Forum, aber dein Beitrag und deine Frage hat mich sehr angesprochen, sodaß ich hierauf gleich antworten mag. Ich kenne dieses Problem. Aber ich weiß nicht recht, wie ich nun speziell und dem Forum gemäß eine Antwort aus der Perspektive eines Kriegers des Lichts geben kann.

    Mag dir daher einfach von meiner Erfahrung berichten:
    Was ich an mir gehasst habe, habe ich an mir durch diese Haltung stets fixiert. Gewünschte Veränderungen fanden immer nur dann in wesentlichem Maße statt, wenn ich mich habe annehmen können, ja annehmen wollen.
    Es ist mir ebenfalls nicht gelungen, mich anzuhalten, Bestimmtes nicht mehr zu denken, mit Gedanken nicht mehr zu betrachten. Das hat es nur verstärkt.

    Wenn ein großes Problem auftaucht, dann habe ich mittlerweile zwei Wege: entweder entscheide ich mich für den rationalen Lösungsversuch und denke nach, wäge ab. Oder aber ich gehe den grundsätzlich anderen Weg, den meditativen und insbesondere intuitiven: Ich mache mich offen für meine Intuition, verbinde Denken und Fühlen miteinander. Hierbei hilft mir persönlich die Krativität künstlerischen Ausdrucks. Und plötzlich habe ich einen Lösungsansatz und ein Gefühl, "daß es so stimmig ist".

    Vielleicht kann ich sagen: Diese Lösung finde ich nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen. Und genau dieser Weg, mit dem Herzen zu suchen, hat es mir ermöglicht, den von dir beschriebenen, trennenden Beobachter - Abstand wieder zu mindern. In meinem Herzen finde ich immer wieder meinen ganz persönlichen Schlüssel zu meiner Einheit von meinem Körper, meiner Seele und meinem Geist.

  3. #3
    Registriert seit
    06.04.2004
    Ort
    wien
    Beiträge
    154

    Standard

    Hallo Prinzessin,

    Ein sehr schönes Thema sprichst du da an.
    Was du meinst kenne ich auch sehr wohl.
    Eines will ich dir dazu sagen: es gibt kein falschen Weg. Was ist falsch und was ist richtig? Wer entscheidet das?
    Was Sonnenwind schreibt, finde ich sehr schön und passend.
    Es geht darum dich selber anzunehmen, so wie du bist. Wenn es dir gelingt, den Kopf wirklich auszuschalten, dann kannst du wieder leben.

    In erster Linie geht es, meiner Meinung nach, darum, dich selber nicht mehr zu urteilen und auch dich nicht mehr zu vergleichen. Weil vergleichen automatisch ein Urteil ist.
    Und vorallem geht es noch mehr darum dich nicht zu verurteilen. Auch wenn du dich hasst, stehe dazu. Sag dir laut und deutlich...ich hasse mich jetzt, so lange bis deine Wut weg ist. Das darfst du ja auch.
    Glaubst du, dass es jemanden gibt, der sich selber nie gehasst hat?
    Es ist ein ganz normales Gefühl. wie jeder anderen. Wer sagt, dass Hass schlecht ist. Es kann ein sehr konstruktives Gefühl sein, wenn er einem in irgendeine Form motiviert.

    Mir hilft das, die Gefühle zu erkennen, voll auszuleben und dazu zu stehen, dass ich sie habe sehr.
    Ich hoffe, du kannst etwas damit anfangen.

    Ich wünsche dir vom ganzen Herzen alles Gute und Liebe
    Ra
    Alle großen Dinge werden mit leichten Herzen erreicht.
    RAMTHA

  4. #4
    Registriert seit
    21.06.2004
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    133

    Standard

    in anderen situationen wiederum, wäre es um einiges leichter, könnte man sie einfach beobachten, und seinen nächsten schritt überdenken, ohne weiter wild um sich zu schlagen, oder weiter zu leiden unter einem umstand der dem ego jetz gar nicht passt
    es ist kein moment, wie der moment des todes

  5. #5
    sonnenwind Gast

    Standard

    Hallo Krieger,

    dieses einerseits und andererseits der verschiedenen Situationen und Herangehensweisen, stößt das nicht das alte Thema dieser Welt an: der Mensch gestellt zwischen Vernunft und Gefühl/ Leidenschaft, zwischen Sinn und Sinnlichkeit, zwischen Narziss und Goldmund (H.Hesse)?

    Über einen rational - verstandesmäßig geprägten Weg habe ich mir phasenweise mein Leben vereinfachen können und diverse Knoten und Engstellen auflösen oder umgehen können. Stimme dir da gerne zu.
    Aber Die gefühlsmäßigen und leidenschaftlichen Farben meines Lebens, die schenkte mir "das Chaos" der Irrationalität, insbesondere über ein unmittelbares und distanzloses Einlassen.
    Und dann mag meine rationale Instanz auch wieder die Lebenskoordinaten neu orten, zu meinem Vorteil.

    Also mag ich beide Instanzen nicht missen. Es sind nur Worte und Begrifflichkeiten, aber mein Herz scheint mir tendentiell der Syntheseort zu sein zwischen den Kräften des Kopfes und den Energien des Bauches zu vermitteln.

    Sonnenwind

  6. #6
    Gast

    Standard

    Eine kurze Antwort kann man natürlich oberflächlich nennen. Wohlweislich "kann man".


    Aus tiefstem Herzen: Danke

  7. #7
    Suchender Gast

    Standard

    Hallo Prinzessin,

    ich kenne diesen Zustand auch. Man könnte fast sagen, ich lebe nur
    so. Allerdings finde ich dies nicht störend oder gar falsch. Ich kenne
    es nicht anderst und empfinde es als normal. Natürlich ist es gewöhnungs-
    bedürftig aber hat durchaus Vorteile.
    Es gibt Dir die wichtige Möglichkeit weitestgehend emotionslos an etwas
    heranzutreten. Es gibt Dir den Überblick, wo andere nur noch Ihren Weg
    sehen. Es gibt Dir die Ruhe und den Abstand den man manchmal braucht.
    Es läßt Dich Dinge erkennen, welche andere nicht wahrnehmen.
    Sehe es als Gabe und nicht als Fehler.
    Aber ich verstehe Dich, wenn man manche Dinge sieht (durch diese
    Beobachtersicht) die andere nicht sehen, hat man die Sehnsucht danach
    dies alles nicht zu wissen. Einfach wieder -einfach- zu sein und ein normales
    Leben zu führen, Wochenendes in die Disco, Alkohol und lapidare nichtsagende
    Gespräche im Büro usw. Einfach nur noch abschalten und in dieser Welt
    vor sich hin leben.

    Gruß
    Suchender

  8. #8
    Gast

    Standard

    Es ist faszinierend. Jeder hat das gleiche Problem, trotzdem denkt jeder, er wäre allein. Nun, dem ist nicht so. Jetzt ist die richtige Zeit gekommen. Das Forum entwickelt sich.

    Nochmals vielen Dank!

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