Hallo Krischan, hallo Morflow,
Ihr habt da in der Tat ein interessantes und schwieriges Thema angesprochen. Ich möchte hier versuchen, meine Meinung dazu kundzutun:
Ja, die Liebe des Lebens kann es geben. Ich glaube aber, dass sie den meisten Menschen nicht begegnet. Warum? Hmm.... vielleicht, weil sie es müde sind, danach zu suchen? Oder weil sie Ihnen zwar begenet ist, sie diese aber nicht erkannt haben? Oder weil die Menschen einfach noch nicht wirklich bereit waren diese Liebe zu erkennen und zu finden? Ich glaube, da gibt es Millionen von Gründen.
Ich weiß ja nicht mal, ob ich die Liebe meines Lebens gefunden habe - auch wenn ich jetzt seit fast sechs Jahren glücklich verheiratet bin und mit meiner Frau einen wundervollen Sohn habe. Ist das die Liebe meines Lebens? Ich weiß es nicht. Wenn sie es wäre, müsste ich im Umkehrschluss sofort ausschließen können, dass mir irgendwann ein anderer Mensch begenet, der in mir noch mehr Feuer entfacht, als es meine Frau vermag. Kann ich das ausschließen? Offen gesagt: nein. Aber ich glaube einfach daran, dass das nicht geschehen wird. Ich glaube daran, dass unsere Ehe stabil und stark genug ist, die eine oder andere Krise erfolgreich zu meistern.
Manchmal aber entpuppt sich etwas, was man für die Liebe des Lebens hält, als die Katastrophe des Lebens.
So eine ätzende Story wie Tom habe auch ich erlebt. Bei mir war es auch so, dass mich meine damalige Freundin, die ich völlig irrational und blind über alles liebte, nach über viereinhalb Jahren verließ, um mit einem anderen Mann zusammen zu leben. Bei mir waren es zu diesem Zeitpunkt nicht gerade Joints, die mich über Wasser hielten, sondern eben Rotwein, aber auch den fing ich mnchmal schon vormittags an, um mich dann abends endgültig volllaufen zu lassen. Und ich hatte den Wunsch, mich an allen Frauen für das zu rächen, was mir diese eine angetan hatte. Dementsprechend gab es da also eine Phase, in der ich mir quasi jede Frau nahm, derer ich habhaft werden konnte, nur um sie anschließend fallen zu lassen, wie eine heiße Kartoffel.
Ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, dass mich das keineswegs weiterbrachte. Ich besuchte Freunde in der Schweiz, führte lange und ausführliche Gespräche darüber - und lernte kurze Zeit später meine jetzige Frau kennen.
Was ich daraus gelernt habe:
1. Es gibt nichts auf der Erde, dessen Du Dir allzu sicher sein darfst.
2. Wahre Liebe findet man nicht, in dem man sucht - sie kommt zu einem.
3. Rotwein hilft nicht bei Liebeskummer - Reden und Boxen, Laufen und Schreien kommen da viel besser.
Ich weiß, all das hilft nicht wirklich. Und real mitfühlen kann auch niemand (Gefühle sind einfach so individuell wie Fingerabdrücke). Aber die Begebenheiten widerholen sich und es finden sich Parallelen.
Alle Liebe Euch allen: Shay
Einen lieben Gruß an alle:
Martin
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„Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher.“