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Thema: alte Sprachen - tote Sprachen!?

  1. #1
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    Hi,

    wie steht ihr denn eigentlich zu Leitein oder Altgriechisch? sollte das an Schulen unterrichtet werden oder ist es unnötig, da es ja sowieso niemand mehr spricht?

    Altgriechisch- und Lateinschüler ;D
    "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" Mt 4,4

    "Der Geist wird erst frei, wenn er aufhört, Halt zu sein." Franz Kafka

  2. #2
    CHaoTiXBaerchen Gast

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    Am günstigsten währe eine Sprache die alle Menschen auf der Welt verstehen. Naja eigendlich sollte man den Sprachunterricht erweitern in den Bezug das die Menschen wieder lernen miteiander zu sprechen. Währe sinnvoller als Sprachen die niemand mehr spricht.

  3. #3
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    Naja das ist wohl eher das Thema Sprachen insgesammt und darum sollte es hier eigentlich gar nicht gehen, aber meiner Meinung nach würden dann (wenn alle die gleiche Sprache hätten) viele Kulturen verloren gehen, da diese sich doch grade durch die Sprache auch ausdrücken und lebendig halten, oder?
    Naja aber wie gesagt wollte ich hier eigentlich garnicht wissen.
    trotzdem danke für deine Antwort
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  4. #4
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    ich denke jede lebendige sprache ändert sich, so wie unser deutsch mehr und mehr einflüsse vom englischen bekommt, mehr und mehr wörter, die wir englisch sprechen obwohl es sie auch auf deutsch gibt.
    nun das finde ich nicht schlecht, denn ich mag auch veränderungen

    @ chaotixbaerchen: englisch wäre ja zB eine sprache die schon viele sprechen

    aber zum thema, lasst die toten ruhen, das is meine devise
    ich bin eher für englisch an den schulen
    wenn sich jemand für latein od altgriechisch interessiert, dann wird nichts ihn aufhalten sie zu studieren
    es ist kein moment, wie der moment des todes

  5. #5
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    Wennigsen
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    Hallo!

    Der Gedanke "Kultur" kam mir auch in den Sinn. Allerdings muss ich sagen, dass ich persönlich es überflüssig halte "tote Sprachen" zu lernen - gezwungenermaßen - meine ich. Wenn man sich dafür interessiert, prima - aber sonst...

    Allerdings halte ich auch nichts von dieser Vermischung, oder wie bei uns extrem betrieben wir: die Amerikanisierung. Das nervt (mich) gewaltig. Ich bin in der IT/Internet-Branche und da ist dieser Schwachsinn richtig zur Mode geworden. Am besten man kommt mit immer neuen Wörtern, um die vermeindliche Kundschaft zu verwirren. Wer einen Vorrat davon braucht, kann sich am "Bullshit-Genarator" laben:

    http://www.dack.com/web/bullshit.html

    Hier kommt immer was brauchbares für unsere IT-Experten raus.

    Gut ist, denke ich, wenn in der Schule englisch und spanisch unterrichtet werden würde - sorry, aber wer braucht französisch?
    Der Friede sei mit dir.
    Die Welle und das Meer sind eins

  6. #6
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    Hi,
    ok ich geb zu bis zum Latinum muss mans nicht durchprügeln aber eine gewisse grundkenntnis find ich irgendwie wichtig, da das deutsche und so auch die anderen ROMAnischen sprachen (englisch, französisch, spanisch, italienisch, ...) vieles aus dem lateinischen übernommen haben, und so auch einiges an kultur der römer, wodurch es irgendwie zu unserer geschichte gehört. außerdem erleichtert latein das lernen von anderen romanischen sprachen ungemein. naja und mit dem griechischen hat unsere grammatik angefangen und das lateinische kommt auch aus dem griechischen (ok, uralte indogermanische wörter sind auch mit dabei gewesen).
    acep
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  7. #7
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    also ich habe in der 5. Latein geniessen dürfen. Was schlimmeres konnte man mir damals nicht antun. Inzwischen bedaure ich es, dass ich es nicht gelernt habe. Als Grundlage für vieles in unserer Sprache - auch für ihren Reichtum, der leider immer mehr verloren geht - helfen Kenntnisse von Latein durchaus. Auch wer weitergehende Interessen hat wie Geschichte und all so was. In manchen Jobs erleichtert es die Verständigung in der internationalen Zusammenarbeit, wenn z.B. Fachbegriffe in Medizin und auch Jura überall gelernt werden ohne dass man die jeweilige fremde Sprache perfekt können muß.
    Allerdings schließe ich mich den bisherigen Meinungen an dass es keinen Zwang geben sollte. Wen´s interessiert, der wirds lernen, wers nicht braucht, kann bestimmt besseres mit seiner Zeit anfangen.

    @ Sylphe, danke für das Gedicht. Du hast Recht was die Sprache angeht. Leider geht von ihrer Lebendigkeit immer mehr verloren, wird sie immer eingeschränkter (ey voll krass ey boa alter!)
    - Et in Arcadia Ego -

  8. #8
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    Hallo,
    @ Sylphe, ebenfalls danke für das Gedicht
    Mein Interesse kommt daher, das ich in der 4. Klasse mit Latein angefangen habe und zwar als "Begegnungssprache" (so hieß es jedenfalls damals, obwohl uns allen klar war, das wir niemals jemandem über den Weg laufen würden und ihn mit "Salvete, ... " anreden) wir haben uns den Spass gemacht und das Ave Maria auf Latein auswendig gelernt, wers am schnellsten aufsagen konnte hat ein Stück Schokolade bekommen (es war nicht der Lehrer ), und ähnliches, so wurde damals unser Interesse geweckt, dann als wir in der 5. waren und Vokabeln und Grammatik lernen mussten fiel es uns bei weitem nicht so schwer wie anderen die mit Latein anfangen, außerdem hatten wir eine klasse Lehrerin. Wir haben zum Beispiel auch Theaterstücke (keine mit irgendeiner langweiligen Handlung aus dem Schulbuch) einstudiert und vorgeführt, mein Bruder hat beim Fest der Sprachen in Leipzig eine Göttergeschichte aufgeführt und wir durften hinter unserem Stand stehen und den Saziki (keine Ahnung wie man das schreibt)naschen, den wir eigentlich an die Gäste verteilen sollten. Und dann war da noch die Philosophie! Du siehst da gibt es ziehmlich viel was begeistert!
    Naja dann habe ich die Schule gewechselt und da musste ich mich zwischen Latein und Griechisch entscheiden (als Anfänger, da die Schule nicht davon ausging, dass schon jemand eine alte Sprache gelernt hat), ich habe mich für alt Griechisch entschieden, weil ich nicht nochmal zwei Jahre Latein wiederholen wollte, naja aber aufhören mit Latein kam für mich auch nicht in die Tüte und deshalb habe ich es als AG weitergemacht und mache im Moment mein Latinum ( ist aber bald vorbei). Und Griechisch ist auch einfach genial, es ist halt etwas schwerer zu lernen als Latein, da es eine umfangreichere Grammatik hat aber am Ende kann man es viel schöner lesen (nicht das ich das schon könnte, aber mit einfachen Texten klappt es schon ganz gut) nachdem wir das Johannesevangelium "gelesen" haben (worüber man schon richtig schön mit unserm Lehrer, der meint die katholische Kirche sei eine Sekte, die die Philosophie verbietet, diskutieren konnte) beschäftigen wir uns jetzt mit den Naturphilosophen (auch seeeeeeeehhhhhhhhhhhhr interessanter Diskussionsstoff).
    Naja das solls für erste gewesen sein bin aber für weitere Fragen immer offen

    @ Pilger kommt natürlich auch immer ein wenig auf den Lehrer an aber so ist es ja nicht nur in den "toten" Sprachen

    schönen Abend noch acep
    "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" Mt 4,4

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  9. #9
    Suchender Gast

    Standard

    Eine Sprache welche es WERT wäre wieder gesprochen zu werden
    würde ich freiwillig in meiner knappen Freizeit lernen. Aber die heutigen
    Sprachen sind oft nur noch dazu da um -floskeln- auszutauschen oder
    sich anzugreifen. Wer mit welcher Sprache ist sich noch bewusst welch
    eine mächtige Gabe er tagtäglich mit sinnlosem und vor allem sinnleeren
    Gerede vergeudet ?
    Das gesprochene Wort sollte gut überlegt sein und nicht unnötig gesagt,
    was zum Beispiel nutzt uns die ganze -Rethorische- Wissenschaft ?
    Wenn nicht dazu dem gegenüber möglichst so, dass er es erst später
    bemerkt zu sagen wie dumm das er ist und ihn über den Tisch zu ziehen ?
    Kriege konnten sie nie verhindern, höchstens verschieben. Das einzigste
    was Kriege verhindern konnte war die Einsicht (oder besser gesagt geistige
    Haltung) einer der Parteien, aber nicht die diplomatisch gewechselten
    Floskeln.
    Ja, ich sehne mich nach einer Sprache welche sich der Grundsätze des
    Gesprochenen wieder erinnert und die Worte wieder sinnvoll einsetzt.

  10. #10
    Registriert seit
    22.04.2004
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    Erftstadt, Germany
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    531

    Standard

    Shay meldet sich auch mal wieder zu Wort:

    @ CHaoTiXBaerchen

    Auch ich gehöre zu den Leuten, die ab der fünften Klasse Latein "genießen" durften.
    Ich habe anfangs nicht verstehen können, wozu diese Sprache heutzutage noch gut sein soll. Ich habe mich mit Latein sehr schwer getan - freiwillig hätte ich es auch nicht gewählt, aber da meine Eltern der festen Ansicht waren, das sei gut für mich, stand eine andere Fremdsprache gar nicht erst zur Debatte.
    Der tiefere Sinn hat sich für mich auch erst wesentlich später erschlossen, nämlich darin, dass viele heute gebräuchliche Sprachen in weiten Teilen auf Latein (und ebenso auf dem Altgriechischen) basieren. Somit tat ich mich dann sowohl mit Englisch als auch mit Französisch umso leichter, weil ich zumindest einen Teil der Wörter vom Lateinischen ableiten konnte.

    Was für mich mittlerer Schwachsinn ist, ist die Tatsache, dass man auch heute noch für viele Studiengänge das Latinum oder gar das Graecum (bei der Theologie glaube ich sogar das Habraicum) benötigt - Wissen, das einem bei diesen Studienfächern nur bedingt - in der Ausübung des entsprechenden Berufs sogar nur selten - weiterhilft. Oder habt Ihr schonmal gehört, dass Mediziner auf Lateinisch diskutieren oder der Pfarrer seine Predigt auf Hebräisch hält? Eröffnet es dem Bischof neue Wege zur Erkenntnis, wenn er mit seinen Kollegen Griechisch redet?

    Den Gedanken an eine echte Welt-Sprache finde ich auf der einen Seite interessant, auf der anderen aber auch erschreckend. Interessant deshalb, weil es so wesentlich einfachere Kommunikationsmöglichkeiten für alle (!) Menschen gäbe - erschreckend, weil jedes Volk nicht nur durch seine regionale Herkunft seine Identität erhält, sondern auch über seine Sprache. Und da komme ich an den punkt, wo ich behaupte, dass jede Sprache dieser Welt ein absolut schützenswertes Gut ist, auf das das entsprechende Volk ein unumstößliches Anrecht hat. Man denke nur allein an die in Europa aussterbenden Sprachen wie dem Friesischen, Sorbischen, Gälischen, Bretonischen, Kurdischen oder Baskischen. Es sind mittlerweile wirklich wenige Menschen, die diese Sprachen noch sprechen. Und es werden trotz aller Bemühungen der Regionalparlamente immer weniger. Und was macht den Bretonen aus, wenn er seine eigene Sprache nicht mehr beherrscht? Er fühlt sich nicht mehr als Bretone, er fühlt sich aber aufgrund seiner Geschichte nicht als Franzose - "nur" noch als Mensch, der im Begriff ist, seine Wurzeln zu verlieren.
    Nein, für mich ist eine Welt-Sprache wieder ein Schritt in Richtung Globalisierung, die bekanntermaßen als Ziel nicht die Chancengleichheit für alle Menschen, sondern nur den absoluten materiellen Reichtum für wenige hat.
    Ohne irgendwelchen Nationalstolz zu propagieren - aber ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen, ich lebe hier, ich fühle mich diesem seltsamen Land verbunden - nennt mir einen Grund, weshalb ich nicht meine Sprache behalten sollte?
    Einen lieben Gruß an alle:

    Martin

    --
    Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher.

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