Hallo Vanprince,
ja, diese Erfahrung habe ich vor einigen Jahren einmal gemacht.
Es handelte sich bei mir um eine Frau, die ich zu Schulzeiten kennengelernt und seitdem vergöttert hatte. Lange nach der Schule haben wir uns wiedergetroffen, hatten häufiger Kontakt und irgendwann hatte ich mich in sie verliebt - richtig verliebt. Ich schrieb Gedichte, schwebte auf Wolke sieben, setzte alles daran, um bei ihr sein zu können - und musste nach einigen Monaten von ihr erfahren, dass sie sich ihrerseits auch verliebt hatte - nur leider nicht in mich. Sie lebte in Aachen, ich in Wuppertal, es waren also gut 150 Kilometer Distanz zwischen uns; und diese Distanz war dann plötzlich nicht mehr nur räumlich, sondern auch emotional da.
Ich hörte dann eine Weile nichts mehr von ihr, weil wir uns beide zurückzogen. Ich lernte eine andere Frau kennen (und lieben), ich zog zu ihr, wir verlobten uns und heirateten. Zu meiner Hochzeit war die andere Frau auch eingeladen (kleiner masochistischer Zug von mir), sie kam mit ihrem Freund. Ob ich eifersüchtig war? Nein. Komischerweise nicht. Ganz im Gegenteil, irgendwie freute ich mich für uns beide, ich freute mich, sie wiederzusehen; ich konnte ihr nun lebewohl sagen. Sie lud mich zu ihrer Hochzeit ein, aber ich ging nicht hin, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, dass sich unsere beiden Leben entgültig so weit voneinander entfernt hatten, dass sie sich nun nicht mehr kreuzen sollten.
Ich weiß heute leider gar nichts mehr über sie. Sie lebt irgendwo im Raum Aachen, sie hat wohl mindestens ein Kind - aber sonst? Ich warte auf den Tag, an dem wir uns durch irgendeinen Zufall wiedersehen werden. Ich werde mich freuen und ich hoffe, wir werden Zeit genug haben, uns zu erzählen, was in den letzten Jahren alles passiert ist. Ich werde dann auch so ehrlich sein, ihr zu sagen, dass ich sie seinerzeit sehr vermisst habe.
Heute bin ich immer noch verheiratet (und das ist auch gut so
), habe einen lustigen kleinen Sohn und vermisse nichts und niemanden mehr aus dieser Zeit.
Das Universum hatte andere Pläne als ich. Ich hätte keine Möglichkeit gehabt, mich dagegen zu stellen, also ist es gut so, wie die ganze Geschichte verlaufen ist.
Lieber Vanprince, ich hoffe, die Geschichte passt zu deinem Thema. Grundtenor ist doch bei beidem: Es hatte nicht sein sollen.
Stell Dich nicht gegen das Universum und seine Pläne, Du ackerst Dich nur krumm, wirst aber keinen Erfolg erzielen.
Gruß: Shay
Einen lieben Gruß an alle:
Martin
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„Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher.“