Lieber Jünger,
ja, auch ich glaube an Gott. Aber - wie man so schön sagt - nicht ans Bodenpersonal. Ich glaube nicht daran, dass es soetwas wie einen irdischen Stellvertreter Gottes gibt. Diese Bezeichnung des Papstes empfinde ich als Anmaßung - ungeachtet dessen, dass ich die Position des Papstes als kirchlich-politische Instanz durchaus als wichtig und notwendig erachte. Wohl gemerkt: Ich bin (überzeugter) Protestant und habe mit dem Papst per se nichts am Hut.
An Gott zu glauben bedeutet für mich, einen Sinn in all dem zu sehen, was um uns herum geschieht, einen Sinn in meinem eigenen Dasein und auch einen Grund, den Guten Kampf zu führen, den ich als Krieger aufgenommen habe.
Gott ist für mich Ansprechpartner, Sicherheit und Freund. Er ist für mich der moralische Wegweiser für mein Denken und Handeln. Er ist für mich nicht der omnilokale Bewacher und Bestrafer, der mich für meine "Sünden" sofort drankriegt. Er ist nicht die Überfigur, vor deren Gerichtsbarkeit ich mich fürchten muss. Ich habe Gott an meiner Seite, nicht gegen mich. Er erteilt mir keine Befehle, er zeigt mir nur Möglichkeiten auf - was ich daraus mache, liegt in meiner eigenen Verantwortung. Er ist für mich Lehrer, der mich fördert, wenn ich Lernwillen zeige und der mich eine Lektion auch wiederholen lässt, wenn ich sie nicht begriffen habe.
*LG*: Martin
Einen lieben Gruß an alle:
Martin
--
„Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher.“