Lieber XIII,
ich kann dem nicht so ganz zustimmen.
Erstens sehe ich nicht wirklich den Unterschied zwischen Kriegern und anderen "Gläubigen". Wichtiger Satz aus dem HBdKdL: Ein Krieger glaubt. Auch Gläubige, egal ob Christen oder Moslems, Juden, Hindus, Buddhisten oder wie auch immer sie sich bezeichnen, sind Krieger - weil sie für das, woran sie glauben, kämpfen. Auch wenn ein Mensch nicht an Gott oder eine Gottheit glaubt, sonden nur an das Gute im Menschen selbst und dafür kämpft, ist er ein Krieger. Krieger sein, ist für mich völlig unabhängig von irgendeiner Religion oder Konfession.
Werbung für die KdL? Kommt für mich nun gar nicht in Frage. Wir handeln nicht nach dem Motto "Tue gutes und rede darüber". Gut, wenn einem Krieger etwas gelungen ist, was er oder andere für unmöglich hielten, ist es okay, wenn er sich ein wenig in seinem Erfolg sonnt - um diesen erfolg anschließend als Ansporn für weitere gute Taten zu nutzen.
Werbung für KdL würde unweigerlich dazu führen, dass wir wieder einmal in diese unselige Sekten-Ecke geschoben werden, wo wir wahrlich nicht hingehören. Aber das haben wir ja schon in einem anderen Thread ausführlich diskutiert.
Last but not least: Katholiken in eine Richtung zu schieben, die einen "Zwangsglauben" bedeutet, finde ich - offen gesagt - superherb. Ich denke, da tust Du einem ganz großen Teil der Katholiken übel Unrecht. was meinst Du, wie viele Katholiken aus tiefer Überzeugung ihrer Konfession angehören? Sind das alles U-Boot-Christen, die nur zu hohen Feiertagen aus der Versenkung auftauchen und in die Kirche rennen? Was it dann mit den Protestanten? Die man rein quotentechnisch noch viel seltener in der Kirche sieht? Nein, ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen, die an Gott glauben, dies zu 99% wissentlich, willentlich und absolut überzeugt tun.
Ich bin der Meinung, dass es keine wirklich signifikanten Unterschiede zwischen einem Krieger und einem "normalen" Menschen gibt - vielleicht, dass der Krieger eher ethische und moralische Grundsätze über sein Handeln und denken setzt und aktiv versucht, seinen Egoismus als eine der Wurzeln allen Übels zu erkennen und zu bekämpfen.
Aber ist der Krieger ansonsten so viel anders? Sind nicht eher sehr viel mehr Menschen atsächlich Krieger, ohne sich dessen bewusst zu sein oder sich diesen Namen zu geben?
Würden wir uns ohne das Handbuch mit diesem Namen betiteln?
Sicher nicht. Wir würden uns zum großen Teil vermutlich nicht mal kennen. Wir hätten als einzige Gemeinsamkeit nur unser Denken und Handeln, unseren Wunsch, Egoismus, Eigennutz, Ausutzung anderer und ähnliche Sachen zu bekämpfen. Und gibt es das nicht außerhalb des Begriffes des Kriegers nicht auch zuhauf?
Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Sonntag und blicke leicht neidisch aus meiner Sicherheitsleitstelle Richtung Breuberg, wo garantiert immer noch ein lustiges Feuer auf dem Zeltplatz und in den Herzen glimmt...
Martin
Einen lieben Gruß an alle:
Martin
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„Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher.“