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Thema: Das Ich - Das Selbst, oder wie ?

  1. #1
    Mako Gast

    Standard Das Ich - Das Selbst, oder wie ?

    Hallo,

    Ursprünglich sollte es eine Antwort zu einem Thread ("Seelenplan", Ziegelsteine und Entscheidungen) werden. In Vergessenheit geraten, wiederentdeckt, umgestrickt und doch noch gepostet.

    Ursachenforschung aufgrund des Gefühls, „Uneins“ zu sein.
    Irgendwann habe ich mich gefragt, wer bin ich überhaupt und was will ich. Wer oder was ist „Das Ich“?

    Lasst philosophische und wissenschaftliche Betrachtungen fürn Moment mal weg. Dran denken ist ne persönliche Sichtweise.

    Das „Selbst“ verkörpert, die Summe aller Bestandteile eines Menschen.
    Ein Körper mit Geist und Seele, mit all seinen Schwächen, Stärken, Fähigkeiten usw.. Wobei das „Selbst“ einem stetigen Wandel unterliegt. Der Ursprung, der „Kern“ bleibt aber der Selbe. Sollte ein Mensch sein Bein verlieren, schwer erkranken, einer Geisteskrankheit erliegen oder ins Koma fallen, so bleibt er, das Individuum Mensch zumindest bis zu seinem Tode, immer noch er selbst (sein „Selbst“).

    Im Gegensatz, das „Ich“.
    Ein subjektives Selbstbild (ein Bild vom „Selbst“), welches einer objektiven Prüfung mit dem „Selbst“ nicht standhalten würde. Es handelt sich nicht um eine Spiegelung, sondern um eine vom „Selbst“ abgeleitete idealisierte Wahrnehmung. Eine Wunschvorstellung, die einer Illusion gleichkommt.
    Wir sind auch in der Lage, von „Anderen“ solch idealisierten Bilder zu erschaffen.

    Beim „Ego“ wird es echt schwierig.
    Das „Ich“ und das „Ego“ scheinen eng miteinander verbunden. Würde das „Ego“ sogar als Urheber des „Ichs“ bezeichnen.
    Vereinfach ausgedrückt, hat das Ego sich zur Aufgabe gemacht, mit Verstand und Vernunft(?) über die Bedürfnisse eines Menschen zu wachen und für dessen Wohlbefinden zu sorgen. Es macht einen großen Teil der bewussten Zielsetzung, des Willens und Wollens aber auch der Ängste und Zwänge aus. Darüber hinaus kümmert es sich um eine adäquate Außendarstellung.
    Und wenn es dies tut, orientiert und definiert es sein gedankliches Handeln nicht am „Selbst“, sondern am „Ich“.

    Es scheint so, als hätten sich einige Bestandteile des „Selbst“, verselbstständigt und ein Eigenleben begonnen.

    Ist halt ein persönlich zusammen gezimmertes Konstrukt und muss nicht so sein. Mir hat es geholfen. Konzentriere mich mehr auf mein „Selbst“. Bin zufrieden.
    Was wenns so oder so ähnlich wäre?


    Mako

  2. #2
    Mako Gast

    Standard AW: Das Ich - Das Selbst, oder wie ?

    Hallo,

    habe den Artikel „Mut zum Ich“ im Focus gelesen, führe das Thema weiter.

    Wie bereits erwähnt, dürften meine Auffassungen aus philosophischer und wissenschaftlicher Sicht, eher als fragwürdig einzuordnen sein.
    Problematisch ist, dass Begriffe wie z. B. das „Ich“ oder das „Selbst“, mehr oder weniger definiert sind.
    Und in der umgangssprachlichen Verwendung, nicht eindeutig unterschieden wird.
    Sei es wie es sei, ich hoffe irgendwie die richtigen Worte zu finden, um meine Vorstellungen plausibel zu machen.

    In dem Artikel selbst, geht es um Authentizität, also „mich so geben wie ich bin“.
    Der Persönlichkeit folgen und dies auch nach Außen zeigen.
    Es wird davon ausgegangen, dass jede/r von uns ein mehr oder weniger vorgegebenes „Ich“ besitzt und nach Außen das Darstellt was gewollt ist. Das „Ich“ ist quasi identisch mit der Persönlichkeit.
    Heißt, „Ich bin wie Ich bin und wer soll besser wissen als Ich, wie Ich bin“ und das zeige ich auch.

    Wir sehen uns in einem Spiegel.
    Frage: „Wer ist das?“
    Antwort: „Das bin Ich!“
    Gut, die körperliche Identifikation hat geklappt.
    Sehen wir uns auf laufendem Bildmaterial, können wir uns in der Regel auch identifizieren. Und trotzdem, gibt es das Ein oder Andere, das leicht befremdlich wirken kann. Meist sind dies Bewegungen, die Mimik oder Gestik die uns auffallen, vielleicht auch unangenehm. Könnte also sein, dass wir uns nach Außen anders präsentieren als wir es eigentlich wollen. Immerhin ist es aber möglich, an der Außendarstellung noch etwas zu feilen.
    Heißt, wir haben eine Vorstellung davon, wie wir von Anderen wahrgenommen werden wollen. Ob dem so ist, stellen wir nur selten in Frage, obwohl wir es bis zu einem gewissen Grad überprüfen könnten.

    Anstelle der Frage: „Wer ist das?“
    Die Frage: „Wer bzw. wie bist du?“
    Gehen wir mal davon aus, dass wir die Antwort nicht im Spiegel finden.
    Durch mehrmaliges konkretisierendes Nachfragen, dürften so ziemlich alle Erwachsenen wissen wie und wer sie sind.
    Ist das so?
    Möchte versuchen die Vorstellung anzuregen, dass es nicht so ist.

    Wir treffen nach Langem, alte Bekannte.
    Und wie das so ist, kommt es zu Schwärmereien über die Alten Zeiten.
    Irgendwann werden dann auch persönliche Sichtweisen zum Ausdruck gebracht. Und es kommt wie es kommen musste, da behauptet ja Einer und sogar Mehrere, wie ich mich verhalten habe und überhaupt wissen alle wie ich damals war.
    Merkwürdig nur, dass ich das gar nicht so sehe.
    Ja gut einiges stimmt, aber da sind auch Sachen dabei, da schneide ich eindeutig zu schlecht ab. Und außerdem wissen die Anderen ja gar nicht warum ich dies getan habe und warum ich so war. Und trotzdem maßen sie sich an, mich und mein Verhalten zu beurteilen
    Kurz und knapp, so wie mich die Anderen sehen, habe ich mich nicht gesehen und tue es auch jetzt nicht.
    Und überhaupt, wer kennt mich besser als ich selbst.
    So ein Hauch von Selbstüberprüfung und Selbstkritik sollte aber nicht schaden.
    Umgangssprachlich nicht eindeutig, könnte genauso gut, Ichüberprüfung und Ichkritik heißen.

    Es gibt mit Sicherheit jemanden in eurem Umfeld, dem ihr negativ gegenübersteht. Könnte sein das er nicht ehrlich und/oder egoistisch ist, oder oder oder. Ich kenne so jemanden.
    Egal wie, gäbe es eine Skala über die Einordnung von schlecht (1) bis gut (10), würde ich ihn so bei 4 einordnen. Gut, bin ja keine Unmenschen, geben ihm ne 5.
    Mich selber würde ich mindestens bei 6, aber eher wie wahrscheinlich die Mehrheit bei 7 oder 8 einordnen. Will es ja nicht übertreiben, gebe mir ne 7.
    Derjenige dem ich eine 5 gegeben habe, gibt sich selber eine 8.
    Hallo, 5 und 8, sogar noch eins besser als ich mir selber gegebenen habe und außerdem war die 5 ja schon hoch angesetzt.
    Wie kann das sein?
    Derjenige weiss, dass er ein „schlechter“ Mensch ist. Hat sich nur besser eingeordnet.
    Hat vielleicht nur einen falschen Maßstab angelegt. Objektivität.
    Ich habe mich geirrt. Mmh, kritisch.
    Es ist so wie es ist.
    Eben hieß es, dass keiner mich besser kennt als ich selbst. Dies müsste ich um fair zu sein, auch demjenigen zugestehen.
    Dies könnte bedeuten, dass er ne 8 ist.
    Wenn er sich mit der 8 zu gut eingeordnet hat, könnte selbst die 7, die ich mir gegeben habe, zu optimistisch sein.

    Unterbreche mal und komme zu dem was ich daraus schließe.
    So wie ich bin und das wie ich glaube zu sein, ist nicht zwangsläufig identisch. Es könnte da Diskrepanzen geben.
    Wenn ich mich im Spiegel sehe, weiss ich dass ich das bin.
    Wenn der Typ im Spiegel sich schneidet blutet er und irgendwann tut es weh. Scheint real zu sein.
    Wie genau ist es mir aber möglich, mein „Ich“ zu bestimmen.
    Mein „Ich“, ist doch eigentlich nur eine Vorstellung, die der Typ im Spiegel gedanklich in seinem Kopf hat.
    Menschlich ist, nicht gerade Meister der Objektivität zu sein. Und so wird die Vorstellung im Kopf geschönt, idealisiert und so richtig gut in Form gebracht.

    Ich gehen davon aus, dass unser „Ich“ eine fiktive Vorstellung darüber ist:
    Wer ich bin?
    Wie ich bin?
    Deshalb trenne ich auch zwischen der Persönlichkeit und dem „Ich“.
    Die Persönlichkeit ist schon festgelegt, bevor wir den ersten Atemzug tun.
    Das „Ich“ entwickelt sich erst später. Die Ausprägung und der Umgang mit dem „Ich“ wird aber durch die Persönlichkeit mitbestimmt.

    Wenn wir unsere Außendarstellung variabel gestallten können, was bedeutet dann Authentizität.
    Es könnte sich um eine Variante handeln die nach außen gut ankommt. Dies gibt einen Hinweis darauf, warum wir eine positive Außendarstellung erzeugen wollen. Sie soll uns Vorteile verschaffen. Und weitergedacht, soll sie vielleicht auch, unser wahres „Ich“ verschleiern.
    Wenn ihr dies bei Mitmenschen feststellt, geht davon aus, dass ihr dies auch tut.
    In dem Artikel wird eine Person erwähnt, bei der ich das Gefühl nicht loswerde, das selbst die zugesprochene Authentizität gekünstelt ist.
    Insgesamt müsste ich, bevor ich mich gebe wie ich bin, wissen wie ich bin.
    Es gibt Situationen in denen erkennbar ist, wer und wie ich bin.

    Kurz noch etwas zu der erwähnten umgangssprachlichen Ungereimtheit.
    Das „Ich“ kann aufgrund seines illusionären Charakters nicht kritisch sein. Es ist lediglich eine Vorstellung, ein gedankliches Bild.
    Das „Selbst“ hingegen kann sehr wohl kritisch sein. Und wenn es dies ist, nimmt es sich vor allem die Ausprägung und den Umgang mit dem „Ich“ vor.

    Ist zuviel geworden. Breche deshalb ab. Werde ein Andermal weitermachen.


    Mako

  3. #3
    wolfsfrau Gast

    Standard AW: Das Ich - Das Selbst, oder wie ?

    "Insgesamt müsste ich, bevor ich mich gebe wie ich bin, wissen wie ich bin."

    Najaaaa, schon, aber ist es überhaupt möglich, wirklich zu wissen, wie wir sind?
    Ich glaub, das kann man nur so ungefähr. Da gibts immer irgendwas, was man von sich noch nicht wusste. Und man verändert sich ja auch, oder probiert sich aus.
    Und am wann wird das sich ausprobieren zu einer Veränderung?
    Ich denk mal unser Bild von uns ist doch eher so ein schwammiges etwas mit unscharfen Rändern.

    Und die Leute, die sich bewusst oder unbewusst verstellen und damit nicht authentisch sind, sind irgendwie dennoch sie selbst. Man ist eigentlich immer man selbst, man kann gar nicht anders. Immerhin verstellt man sich nur, weil man irgendeine Angst hat, nicht akzeptiert zu werden, die vermutlich irgendeine, frühkindlichen Trauma oder so entspringt ... Zwar kann ein Mensch sich verändern, Selbstvertrauen gewinnen und diese Angst abschütteln, aber in diesem Moment gehört die Angst, deren Ursachen und das daraus entstehende Verhalten ja doch irgendwo zu diesem Menschen, in dieser Phase seines Lebens.
    Und damit verstellt sich der Mensch nur, weil es ist, wie er ist.

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